Flüchtlingslager Moria

Nur wenige EU-Staaten nehmen Migranten auf

Richard Bramowski

Von Richard Bramowski (Haslach)

Mi, 23. September 2020

Leserbriefe

Zu: "Die Zeitbombe ist explodiert", Beitrag von Gerd Höhler (Politik, 10. September)
In der Tat haben einige Bewohner Brandstiftung begangen. Warum? Um auf die Missstände aufmerksam zu machen oder mit dem Ziel, dann die griechische Idylle in Richtung Westeuropa verlassen zu können? Kaum ist diese Katastrophe publik, eilen die europäischen Bruderstaaten zu Hilfe – wie so oft Deutschland in vorderster Reihe.

Finanzielle Mittel hätten die Griechen schon gern, aber mit Geld können sie ja nicht umgehen. Die Mittel, die in großer Höhe bereits geflossen sind, um die Flüchtlingslager auszubauen, flossen offensichtlich in andere Kanäle. Österreich hat sich entschieden, keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen. Nicht unbegründet ist das Argument, es gäbe noch andere Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union (EU).

Ach ja, die EU. Da haben wir doch 28 Mitgliedstaaten, von denen gefühlt fünf Staaten Migranten aufnehmen. Was ich in dieser Angelegenheit vermisse, sind strenge Konsequenzen für Staaten, die sich die Rosinen rauspicken. EU-Mittel ja, aber dann dafür etwas für das Allgemeinwohl tun! Und wie will die Bundesregierung ihren Bürgern die Vorteile der EU verkaufen, wenn es sich so darstellt, dass viele EU-Staaten keine Migranten aufnehmen wollen und immer mehr von ihnen nach Deutschland kommen? Das Thema Fachkräfte schieben wir doch gleich mal zur Seite. Richard Bramowski, Haslach