Alemannenbuck

Nutzfeuer sorgt für aufwendigen Feuerwehreinsatz in Mengen

Sophia Hesser

Von Sophia Hesser

Do, 26. August 2021 um 15:23 Uhr

Schallstadt

Wehren aus Schallstadt waren drei Stunden am Alemannenbuck im Einsatz , weil ein Nutzfeuer sich auf eine Böschung ausgeweitet hat. Feuerwehr rät, jedes Feuer anzumelden.

Drei Stunden hat die Gesamtfeuerwehr Schallstadt am vergangenen Dienstag gegen einen Vegetationsbrand in Mengen am Alemannenbuck angekämpft. Viel trockenes Totholz und Gestrüpp, die sich teils auch unterirdisch entzündeten, machten den Einsatz zu einer größeren Herausforderung.

Ausgebrochen war das Feuer, das sich letztlich auf etwa 20 Quadratmeter ausgebreitet hat, weil jemand ein Nutzfeuer entfacht hatte. Dieses hat dann wegen des Windes auf eine etwa sechs Meter hohe Böschung übergegriffen, weil Glutfunken geflogen sind. Dort hat sich altes Totholz, das wohl aus Holz- und Rebabfällen bestand, und das von frischem Grün überwuchert war, Feuer gefangen, so berichtet Sven Reimann, Kommandant der Abteilung Mengen und stellvertretender Kommandant der Schallstadter Gesamtwehr.

Der Brandherd sei nur sehr schwer zu erreichen gewesen. Außerdem kam erschwerend hinzu, dass auch alte Hölzer und trockene Wurzeln in der Erde zu glimmen angefangen hatten. So fraßen sich das Feuer und die Glut bis ins Erdreich in eine Tiefe von zwei Metern hinein, so berichtet Reimann. Zu Hilfe kam auch ein Traktor und ein Baggerlader des Bauhofs: Er trug die brennende und glimmende Böschung und auch die betroffenen Hölzer in der Erde ab, so dass diese gelöscht werden konnten.

Die Feuerwehr war mit 27 Einsatzkräften aus beiden Abteilungen vor Ort. Diese mussten auch die Wärmebildkamera nutzen, um sicherzugehen, alle glühenden Bereiche erfasst zu haben. Wenn die Sonne extrem scheine, sehe man Glut nämlich nicht gut, erklärt Sven Reimann – ebenso wie glühende Bereiche unter der Erde.

Jedes Nutzfeuer muss bei Gemeinde angemeldet werden

Zwar sei derzeit keine allgemeine Trockenheit zu beklagen und damit eine erhöhte Gefahr für Wald- und Flächenbrände, dennoch sei das Abbrennen von Gartenabfällen nicht zu unterschätzen, erklärt Reimann. Wind und Glut und damit Funkenflug seien immer gefährlich. Grundsätzlich solle man Gartenabfälle zur Grünschnittsammelstelle bringen, um jegliche Gefahr eines Feuers abzuwenden, empfiehlt der Mengener Kommandant. Wer doch ein Feuer machen wolle, solle den trockenen Grünschnitt – wenn es windstill ist – in Etappen verbrennen, um das Feuer klein und möglichst rauchfrei zu halten. Außerdem müsse immer ein Erwachsener anwesend sein und das Feuer unter Kontrolle behalten.

Wichtig sei zudem, dass man jedes Nutzfeuer – und auch größere Lagerfeuer – bei der Gemeinde anmelde. "Die Gemeinde gibt dann Auskünfte, auf was zu achten ist. Wenn es eine Freigabe für das Feuer gibt, bekommen die Integrierte Leitstelle, die Polizei und die Feuerwehr eine Info zum geplanten Nutzfeuer und eine Kontaktnummer." Meldet jemand über den Notruf ein Feuer und die Feuerwehr wisse von einem Nutzfeuer, müsse sie dennoch ausrücken, so Reimann. "Man kann ja nicht sicher sein, ob es nicht doch noch ein weiteres Feuer neben dem gemeldeten Nutzfeuer gibt, oder dieses außer Kontrolle geraten ist."