BZ-Interview

Oberärztin erklärt den Patiententag zu Krebserkrankungen an der Uniklinik

Anika Maldacker

Von Anika Maldacker

Do, 24. November 2022 um 11:30 Uhr

Freiburg

Die Freiburger Uniklinik organisiert zum 9. Mal einen Patiententag für Menschen mit verschiedenen Krebserkrankungen. Anika Maldacker sprach mit Oberärztin Monika Engelhardt über den Tag.

Informieren, austauschen, trösten: Am Samstag findet das mittlerweile 9. "Freiburger Patient*innen- und Angehörigen-Forum" zu Leukämie, Lymphomerkrankungen sowie Lungen- und Darmkrebs in der Max-Weber-Schule statt. Etwa 50 Expertinnen und Experten informieren in Vorträgen zu Therapien und Fortschritten. Anika Maldacker hat mit der Leiterin des Forums, Monika Engelhardt, Oberärztin an der Klinik für Innere Medizin I der Uniklinik Freiburg dazu gesprochen.

BZ: Wie viele Menschen sind schätzungsweise in der Region von den Erkrankungen, um die es beim Patiententag gehen wird, betroffen?
Monika Engelhardt: Viele – die Häufigkeit von Lymphomen und Leukämien sowie Lungen- und Dickdarmkrebs wird mit 14 000 bis 18 000 und je 60 0000 Erkrankungen pro Jahr in Deutschland angegeben. Wir haben etwa 8000 Einladungen an Patienten, die bei uns behandelt werden, versandt. Die etwa 50 Referent*innen werden am Samstag in laienverständlicher Sprache über die Verläufe und aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Leukämien, Lymphomen, Lungen- und Dickdarmkrebs berichten, inklusive neuster Forschungserkenntnisse. Innovative Therapiekonzepte, wie Immuntherapien und zielgerichtete Therapieansätze, Unterstützung von Pflegeexperten, Tipps zur Ernährung, zu Sport und Infektvermeidung, Verbesserung von Erschöpfungszuständen und Selbsthilfegruppeninitiativen werden ebenso vorgestellt.

BZ: Wieso werden für dieses Forum diese unterschiedlichen Tumorerkrankungen zusammengefasst?
Monika Engelhardt: 2005 haben wir angefangen, alle zwei Jahre eine Veranstaltung zu Leukämie und Lymphome anzubieten. Damals gab es dazu kaum Patiententage. Die Patientinnen und Patienten sind oft lange von diesen Erkrankungen betroffen und suchen nach solchen Veranstaltungen. 2019 haben wir erstmals auch Lungenkarzinome thematisiert – in diesem Jahr kamen Darmtumore hinzu.

BZ: Das Forum stieß in der Vergangenheit mit bis zu 500 Besucherinnen und Besuchern auf große Resonanz. Was hat die Gäste bei den bisherigen Veranstaltungen besonders interessiert?
Monika Engelhardt: Besonders wertvolle, umfassende Informationen zur interdisziplinären Versorgung für ein bestmögliches Leben mit ihrer Tumorerkrankung zu erhalten und offen mit den Expertinnen und Experten zu besprechen, ist immer auf Interesse gestoßen. Dabei können Patienten auch mit ihresgleichen sprechen und ihre Sorgen, Fragen und Nöte austauschen. Weitere Highlights beim kommenden Patiententag: Eine Sportexpertin zeigt Dehnübungen, es wird eine Kunstversteigerung geben und ein Bläser-Ensemble musiziert. Wir wollen eine lockere, angenehme Atmosphäre bieten, aber auch vernetzen, trösten, Freude spenden und informieren. Wir richten uns auch an Angehörige, aber theoretisch an alle, die das Thema interessiert. Am Ende des Forums wird für die Gäste ersichtlich: Tumorerkrankungen sind allgegenwärtig. Und: Der Fortschritt bleibt nicht stehen. In Freiburg und Umgebung sind Betroffene gut aufgehoben.
Monika Engelhardt (56)

wohnhaft in Freiburg, ist wirtschaftliche Leiterin des Forums und Oberärztin an der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg.
Info: 9. Freiburger Patient*innen- und Angehörigen-Forum, Samstag, 26. November, 9 bis 16 Uhr, in der Max-Weber-Schule, Fehrenbachallee 14 (Stadtteil Stühlinger). Der Eintritt ist frei.