Mobilität

Offenburger Bahnhof soll zur Drehscheibe rund ums Rad werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 23. Februar 2021 um 07:47 Uhr

Offenburg

Der ADFC Offenburg und die Bürgerinitiative Rückenwind schlagen die Einrichtung eines Fahrradzentrums am Offenburger Bahnhof vor. Es soll auch eine personell betreute Abstellanlage bieten.

Für ein Fahrradzentrum am Offenburger Bahnhof setzen sich der ADFC Offenburg und die Bürgerinitiative Rückenwind ein. "Durch eine solche zentrale Drehscheibe rund um das Rad und die umweltfreundliche Mobilität würde nicht nur die multimodale Mobilität in Offenburg und Umgebung erheblich gestärkt, sondern auch das Bahnhofsumfeld als Eingangstor zur Stadt aufgewertet und positiv belebt", bringt Monika Kunschner, örtliche Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, das Ziel auf den Punkt. Von einer überregionalen Ausstrahlung und einem Imagegewinn für Offenburg könne zudem ausgegangen werden.

Das Zentrum solle Serviceleistungen rund um das Rad bieten und der Förderung umweltfreundlicher Mobilität.

Das Konzept, über das am Montagabend auch online diskutiert wurde, besteht aus zwei Säulen: einer Radabstellanlage und einem Rad-Informations-Zentrum. Die Radabstellanlage solle personell besetzt sein und an allen Tagen von 5.30 bis 23 Uhr geöffnet haben. Es sollen genügend Stellplätze für Fahrräder zu günstigen Preisen (Tagestickets, Monatstickets, Jahrestickets) angeboten werden. So könnten Schülerinnen und Schüler, Pendler und Touristen ihre Räder sicher abstellen. Besonders Pendler zur Hochschule, zur Kreisverwaltung oder zu Firmen, die in Offenburg ansässig sind, könnten laut ADFC und BI davon profitieren und sich motivieren lassen, in Zukunft häufiger ÖPNV, Bahn und Rad zu benutzen. "Damit ließe sich ein wesentlicher Beitrag zur beabsichtigten Stärkung des multimodalen Verkehrs und zur Steigerung des Rad- und ÖPNV-Anteils realisieren", ist die Offenburger ADFC-Vorsitzende überzeugt.

Auch die auspendelnden Radfahrenden würden eine sichere Abstellanlage vorfinden. In die Radabstellanlage integriert werden könnten vielfältige Serviceangebote, etwa eine Paketabholstation, der Verkauf von Radzubehör, eine kleine Werkstatt und ein Café. Die Radabstellanlage könnte von Menschen bewirtschaftet werden, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nur schwer eine Anstellung finden.

Im "Rad-Informations-Zentrum" – für das ein einprägsamer Begriff noch gesucht wird – könnten Touristen Infos zu Radtouren erhalten oder geführte Radtouren planen lassen und durchführen. Bereitgestellt werden können Pläne, GPS-Tracks und GPS-Geräte mit vorgeplanten Touren. Auch Radworkshops, Fahrradlernkurse (etwa für Migrantinnen und Migranten), verkehrspädagogische Jugendarbeit, Helmberatungen, Fahrradcodierungen oder kleinere Veranstaltungen rund um die Mobilität ließen sich dort laut einem Vorschlag der Initiatoren abhalten. Auch könne die Einrichtung als Forum, Anlaufstelle und Treffpunkt für bürgerschaftliche Initiativen rund um das Fahrrad dienen.

Teil des Gesamtkonzeptes könne zudem der Verleih von Fahrrädern/Pedelecs sein. Dies sei gerade für Radtouristen sehr interessant, die mit der Bahn ankommen und ein hochwertiges Fahrrad für ihren Aufenthalt in der Ortenau ausleihen wollen. Die Nachfrage sei da. Auch der Verleih von Lastenrädern wäre durch die Nähe zur Innenstadt ideal. Als Betreiber des Radzentrums komme ein gemeinnütziger Träger in Frage, der die Geschäftsführung übernehme und das Personal stelle. Die Stelle für die Beratungskraft des Rad-Infozentrum, so der Vorschlag, solle über den städtischen Etat oder eine Projektstelle finanziert werden.