Corona und Vereine

Online-Proben waren für den Gesangverein Altenheim nicht befriedigend

Hagen Späth

Von Hagen Späth

So, 22. November 2020 um 07:00 Uhr

Neuried

Ulrike Halter vom Gesangverein Altenheim erzählt, wie es den Sängerinnen und Sängern während der Corona-Pandemie ergeht.

» Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf das Vereinsleben? Die Corona-Pandemie hat uns bereits Anfang März veranlasst, aus Fürsorgepflicht für unsere Mitglieder frühzeitig die Proben auszusetzen. Wenige Tage später kam die Corona-Verordnung, die generell die Probetätigkeiten bis 15. Juni untersagte. Wir hätten im März gerne wie in anderen Jahren unserer verstorbenen Mitglieder in einem besonderen Gottesdienst gedacht, den mussten wir absagen. Das Zusammentreffen der Sängerinnen und Sänger fehlte uns sehr in dieser Zeit. In Online-Proben weiterzuarbeiten, erwies sich als nicht so befriedigend wie erhofft. Im Juli traf sich der Chor erstmals wieder zur Probe: im Freien, mit zwei Metern Abstand zwischen den Sängern, sechs Meter zum Chorleiter – ein völlig neues Gefühl und gewöhnungsbedürftig.

Wie hat der Verein auf die Einschränkungen reagiert? Auf Anfrage bei der Gemeinde Neuried wurde mit dem Saal der ehemaligen Bahnhofsgaststätte eine Räumlichkeit gefunden, die uns die Wiederaufnahme unserer Proben ermöglichte. Ein Hygienekonzept wurde erstellt, Protokollbögen für die Kontaktdaten wurden vorbereitet, um jederzeit für einen möglichen Ernstfall vorbereitet zu sein. Zur Durchführung der Chorproben in den Ersatzräumen musste ein E-Piano angeschafft werden, das bedeutete Zusatzkosten für uns.

Wenn die Corona-Pandemie andauert, welche Konsequenzen wird das auf den Verein und das Vereinsleben haben? Unser Winterkonzert im Januar, das eine unserer Haupteinnahmequellen ist, mussten wir für 2021 absagen. Die Einnahmen aus der Bewirtung an Fasent entfallen ebenso, weil die Fasent auch abgesagt wurde. 2021 wollten wir unser 150-Jahre-Jubiläum feiern, der geplante Festakt und das Jubiläumskonzert sind vorerst verschoben; ob sie im Jubiläumsjahr noch zustande kommen, hängt vom Verlauf der Pandemie ab. Selbst wenn die Proben wieder zulässig sein werden, ziehen sich einzelne Chormitglieder davon aus Rücksicht auf ihren Arbeitsplatz oder auf ihre Angehörigen zurück. Hoffentlich nur vorübergehend. Trotzdem blicken wir positiv in die nächste Zeit. Es wird Schnelltests geben, die einen unproblematischeren Umgang mit unseren Veranstaltungen und Besuchern ermöglichen sollten. Den Gesangverein soll es auch weiterhin geben. Die Vereinsgeschichte soll über das Jubiläum hinaus fortgesetzt werden, das sind wir unseren Mitgliedern schuldig. Wir alle hoffen, dass unsere Mitglieder diese Pandemie möglichst unbeschadet überstehen und freuen uns schon heute, irgendwann wieder unter ganz normalen Umständen in unserem Raum bei der Herbert-Adam-Halle proben zu können.

Ulrike Halter (66) ist seit 1970 im Chor, seit 17 Jahren ist sie Vorsitzende. Der Verein hat 330 Mitglieder, davon 105 Aktive von fünf bis 85 Jahren in vier Chören, darunter auch ein Kinder- und ein Jugendchor.