Südbaden

Malaria wütete lange Zeit am Oberrhein

Martin Frenk

Von Martin Frenk

Sa, 23. August 2014 um 10:39 Uhr

Ortenaukreis

Die Menschen entlang des Rheins litten über Jahrhunderte an der Seuche, die zunächst nicht mit den Stechmücken in Verbindung gebracht wurde. Seit 1948 ist Malaria jedoch komplett verschwunden.

Die Malaria begleitet die Menschen seit Urzeiten. Schon der antike Arzt Hippokrates hatte beobachtet, dass die Seuche überwiegend in feuchten Gegenden auftritt. Erst im 19. Jahrhundert aber wurde der Zusammenhang zwischen den Moskitos der Gattung Anopheles und den Infektionen aufgedeckt. Der menschliche Körper reagiert mit hohem Fieber in wechselnden Schüben mit heftigem Schüttelfrost und Schweißausbruch, Kopf- und Gliederschmerzen, sehr häufig auch mit Durchfall. Die Krankheit kann bis zum Tode führen.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein gehörte die Malaria auch am Oberrhein zu den Infektionskrankheiten. Denn die Auenwälder der sehr dünn besiedelten Regionen entlang des Rheins waren regelrechte Urwälder, in denen die Malariamücke ein ideales Brutgebiet vorfand. Sie drangsalierte nicht nur das Vieh, sondern auch die Menschen. Das Ausmaß wird in einem Bericht von 1918 deutlich: "Wir haben von den Bauern mancher Orte erfahren, dass sie im Juli und August allnächtlich zwischen 2 und 4 Uhr das Vieh ins Freie führen mussten, weil die Tiere es der Stechmücken wegen in den Ställen nicht aushalten konnten und geradezu zu toben anfingen."

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