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Emojis haben in Japan andere Bedeutung als bei uns

epd, bz

Von epd & BZ-Redaktion

Fr, 04. November 2016 um 00:00 Uhr

Panorama

Emojis haben in ihrem Ursprungsland Japan häufig eine andere Bedeutung als in Deutschland. So wie etwa das "Kackhäufchen", das von vielen komplett falsch verstanden wird.

Eigentlich sollte bei dem sehr beliebten "Kackhäufchen" alles klar sein: Wer dieses Symbol per SMS oder in einem Chat bekommt, hat etwas geschrieben, was dem Chatpartner ganz und gar nicht gefällt, meint man. Emojis, also Zeichen, die für einen längeren Begriff stehen, werden eifrig von Whatsapp-Nutzern verschickt. Der Empfänger soll nur durch das Bild verstehen, was der Sender sagen möchte. So einfach ist das aber nicht, warnte der Tübinger Diplom-Psychologe Steffen-Peter Ballstaedt im "Südwestrundfunk".

So stamme das kleine braune Häufchen mit dem Lächeln aus einem japanischen Manga-Comic und stehe "für ein armes Häufchen Elend, was die ganze Zeit einen Freund sucht", erklärte Ballstaedt. Wer dieses Emoji also international einsetze, könnte einen ganz anderen Eindruck vermitteln als gedacht.

Das Unternehmen Apple kündigte vor kurzem an, demnächst 72 neue Emojis auf den Markt zu bringen.

Unter den neuen Emojis soll es auch weibliche Ausführungen etwa von den bislang nur männlichen Sportlern oder Arbeiter-Emojis geben. Der Kommunikationsexperte verwies auf kulturelle Unterschiede bei diesen in Zeichen umgesetzten Gefühlsausdrücken. "Die Emojis sind in Japan entwickelt worden und sehr stark von der Kultur der Mangas geprägt. Da sind einige visuelle Konventionen, die wir nicht so kennen."

Besondere Vorsicht sei bei Gesten geboten, erklärte der Psychologe. So gibt es unter den neuen Emojis zum Beispiel die gekreuzten Finger: eine Geste, die es in Deutschland gar nicht gebe, erläuterte der Experte. Sie bedeute, dass man jemanden Glück wünsche. In Deutschland drückt man dafür den Daumen. In manchen Ländern steht es für Meineid.

Auch Gesichtsausdrücke seien nicht so eindeutig, wie man vermuten könnte: Das Emoji mit geschlossenen Augen und schnaubender Nase steht in Japan für Triumph, nicht für Wut. Insgesamt bewertet der Psychologe Emojis aber positiv: "Die Kommunikation hat dadurch etwas Spielerisches gewonnen. Sie sind eine Ergänzung der schriftlichen Sprache und bringen eine Mehrdeutigkeit und einen gewissen Witz mit hinein."