Offenburg

Peter Bosshart aus Efringen-Kirchen bekommt den Oberrheinischen Kunstpreis 2020

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Mi, 15. Januar 2020 um 13:54 Uhr

Offenburg

Seine Malerei verbindet alemannischen Humor und Mundart mit zeitgenössischer Kunst. Damit hat Peter Bosshart die Jury überzeugt.

Der Oberrheinische Kunstpreis 2020 geht an den Maler Peter Bosshart aus Efringen-Kirchen. Der Preis wird vom Offenburger Förderkreis Kunst und Kultur sowie der Stadt Offenburg im dreijährigen Turnus verliehen. Er ist dotiert mit einem Preisgeld von 10 000 Euro, einer Katalog-Publikation sowie einer Ausstellung in der Städtischen Galerie. Diese wird am 18. Oktober 2020 eröffnet.

Eine Jury unter dem Vorsitz von Professor Klaus Gallwitz, unter anderem Gründungsdirektor des Frieder Burda-Museums in Baden-Baden, hat sich mehrheitlich für Bosshart als Preisträger 2020 entschieden. Dies wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Offenburger Rathaus bekannt gegeben.

"Peter Bosshart erfüllt die Voraussetzungen bestens"

Axel Lotz vom Offenburger Förderkreis Kunst und Kultur

Der 53-jährige Maler, der die Kunstgewerbeschule in Basel besuchte und danach an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle, Martin Kippenberger und Andreas Slominski studierte, wurde gemäß den Statuten des Preises ausgewählt. Danach soll das Werk der Preisträger in besonderer Weise die Kunsttradition am Oberrhein reflektieren. Wie Axel Lotz vom Förderkreis Kunst und Kultur erklärte möchte seine Vereinigung mit dem gemeinsam mit der Stadt Offenburg verliehenen Preis Künstler mit bedeutenden und förderungswürdigen Positionen am Oberrhein auszeichnen. "Peter Bosshart erfüllt diese Voraussetzungen bestens", zeigte sich Axel Lotz mit der Jury-Entscheidung einverstanden.

"Ich versuche, das Reich der Malerei zu entdecken, indem ich es beschränke."

Peter Bosshart
Den Stil von Bossharts Malerei charakterisierte der Jury-Vorsitzende Klaus Gallwitz auf Nachfrage als "realistisch mit formalen Reduktionen" und präzisierte mit einem Bosshart-Zitat: "Ich versuche, das Reich der Malerei zu entdecken, indem ich es beschränke." Tatsächlich arbeitet der 53-jährige Künstler mit einer vereinfachten Formen- und Farbensprache, die gleichwohl nicht über deren Raffinesse in Wahl des Motivs, des Bildausschnitts, der Perspektive und Farbauswahl hinwegtäuschen darf. Auch der weibliche Eros spielt in Bossharts Werk eine gewisse Rolle. Weibliche Kurven, mit sinnlich voyeuristischem Blick aus ungewöhnlicher Perspektive betrachtet, sind ebenfalls bei Bosshart bildwürdig. Einen gewissen, auch subversiven Bildwitz bescheinigt Klaus Gallwitz dem Preisträger, der gute alemannische Wurzeln im Werk Johann Peter Hebels habe und sich leicht an spontanen Eindrücken des Malers entzünden könne. Bosshart selbst bestätigte, dass allein schon die Eindrücke von Offenburg am Mittwoch bereits in ihm arbeiteten.

Damit verbindet Gerlinde Brandenburger-Eisele, Leiterin der Städtische Galerie Offenburg, die Hoffnung, dass Bosshart bis zur Ausstellung im Oktober Werke mit Offenburg-Bezug malen könnte.

Oberbürgermeister Marco Steffens äußerte bei der Pressekonferenz die Hoffnung, dass es sich dabei um die "Freiheitsstadt Offenburg" als Bildmotiv handeln könne, also um die Vorreiterrolle der Stadt 1847 in der deutschen Demokratiebewegung.
Bisher ausgezeichnet

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger des Oberrheinischen Kunstpreises waren die Malerin Corinne Wasmuht aus Karlsruhe (2011), die Zeichnerin Miriam Cahn (2014) aus Graubünden sowie der Pionier der elektronischen Klangkunst Peter Vogel aus Freiburg (2017).