Unbegleitete Flüchtlinge

Pflegefamilien minderjähriger Flüchtlinge unter Beobachtung: Schaffen die das?

Stefan Hupka, Frank Zimmermann

Von Stefan Hupka & Frank Zimmermann

Sa, 17. Dezember 2016 um 09:23 Uhr

Südwest

Die Erkenntnis, dass Hussein K. in einer Gastfamilie gelebt hat, lenkt den Blick auf die Pflegefamilien, die junge Flüchtlinge aufnehmen, und ihre Betreuer. Wir haben zwei Familien besucht.

Der Saal ist beheizt, doch das Klima ist frostig. Die fünf Herren vorn auf dem Podium blicken betreten auf ihre Papiere, mancher schüttelt sachte den Kopf. Ist das noch der Ort, wo man Neuland betreten wollte vor wenigen Wochen? Bürgerversammlung in Au, es geht um das Flüchtlingshaus vis à vis an der Dorfstraße. Das ist fertig nach einem Jahr, nicht schön, aber funktional, ein wenig eingezwängt vielleicht auf dem knappen Grundstück. Jetzt geht es darum: Wer soll da wohnen?

Zehn junge Flüchtlinge – wenn es nach Georg-Michael Jansen und Robert Minardi geht, beide Sozialarbeiter und Gründer des Vereins "Neuland". Man nennt sie UMAs, wie das im Amtsdeutsch heißt, unbegleitete minderjährige Ausländer.

"Trainingswohnen für die baldige Selbstständigkeit" – der Bürgermeister, Jörg Kindel von der CDU, verteidigt das Konzept, doch es passt nicht allen hier. Warum gibt es da nachts keine Aufsicht? Kann ich als Frau noch alleine joggen? Wird das nicht stressig für unsere Kinder morgens im Bus? Die Bürger machen sich Sorgen. Und ein Vater aus der Nachbarschaft erwähnt seine drei Töchter.

"Der Fall Hussein K. hat alles schwieriger gemacht"
"Der Fall Hussein K. hat alles schwieriger gemacht", bekennt Robert Minardi später seufzend. "Vor einem Monat haben wir noch deutlich mehr Zustimmung gespürt." Noch 2015 war der 1200-Einwohner-Ort im idyllischen Hexental südlich von Freiburg ein Muster an Willkommenskultur. Ein Helferkreis hatte sich gebildet, man beschloss den Bau des Flüchtlingshauses. Die ...

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