Leidensbericht einer Südbadenerin

Pfusch bei OP: Wenn der Traum vom Traumbusen zum Albtraum wird

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Do, 05. Dezember 2019 um 16:19 Uhr

Südwest

BZ-Plus Eine junge Frau aus Südbaden wünscht sich ihren Traumbusen und gerät an den falschen Operateur – damit beginnt für sie eine Tour der Leiden. Dabei ist sie nicht das einzige Opfer. Die Praxis ist stillgelegt.

Er war ein Arzt, wie man ihn sich wünscht, in dieser Lage. "Ein gutaussehender, gepflegter Mann", erzählt sie, "mega nett, er hat einem gleich das Du angeboten." So hatte sie ihn kennengelernt Wochen zuvor. Als sie aber dann frühmorgens stundenlang in diesem Treppenhaus saßen, bei Minustemperaturen, sie und eine zweite am Vorabend frisch operierte Patientin, neben sich die gefüllten Flaschen der Wunddrainage, und er nicht zum Termin erschien, da – spätestens – dachte sie: Irgendwie passt das hier alles nicht zusammen. Sie kämpfte mit Tränen der Verzweiflung. Und an manchen Tagen tut sie es noch heute.

Sie ist eine schöne junge Frau. Nennen wir sie Heike. Schlank, lange dunkle Haare, ausdrucksstarke Augen. Sie ist 26 Jahre alt, lebt im Freiburger Umland und studiert Sozialwissenschaften. Wir treffen sie in einem Szenecafé. Kommende Woche steht ihr ein neuer Eingriff bevor, in Düsseldorf – und der wird diesmal richtig teuer. Der Arzt, dem sie sich jetzt anvertrauen will, ihr dritter inzwischen, hat versprochen zu reparieren, was der zweite, ein Kollege in München, verhunzt hat. Verhunzt? Genauso fühlt sie sich, und wer die Fotos anschaut, die sie auf ihrem Smartphone zeigt, kommt nicht umhin, ihr zuzustimmen. Doch ihr Zorn ist größer als die Scham.

"Meine Mutter war dagegen, mein Freund auch. Ich wollte es einfach für mich machen, weil ich es schon immer wollte" Heike Schon länger war Heike mit ihrem Busen nicht mehr einverstanden. Mit fünfzehn sei er schön groß gewesen, später, mit achtzehn, "war das auf einmal weg, er hing halt". Hat sie sich da verglichen mit Film- und ...

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