Kein landesweiter Lockdown

Roland Muschel

Von Roland Muschel

Sa, 12. September 2020

Südwest

Pläne für zweite Corona-Welle.

Anders als im Frühjahr will Baden-Württembergs Regierung im Falle einer zweiten Corona-Infektionswelle auf landesweite Schließungen von Schulen, Kitas, Gaststätten oder Betrieben des Einzelhandels verzichten. Das geht aus einem Drei-Stufen-Konzept hervor, das der Badischen Zeitung vorliegt und am Dienstag vom Kabinett verabschiedet werden soll. Danach empfiehlt das Land in der Pandemiestufe 3 ("Kritische Phase") an Schulen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch im Unterricht zur Pflicht zu machen. An Kitas wird in dem Fall ein "strenges Kohortenprinzip" angemahnt, Gaststätten sollen den Betrieb auf die Außengastronomie beschränken, im Einzelhandel die Anzahl der Personen eingeschränkt werden. Im Frühjahr waren landesweite Schließungen Teil der Strategie. Die Pandemiestufe 3 tritt laut der Vorlage von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) ein, wenn landesweit der Schwellenwert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage überschritten wird. Derzeit würde Stufe 1 ("stabile Phase") gelten, in der Stufe 2 ("Anstiegsphase") sieht das Papier erste weitergehende Einschränkungen in ausgewählten Bereichen vor. Zudem wird ein Katalog mit möglichen Maßnahmen vor gegeben. Unabhängig davon können lokal oder regional härtere Einschränkungen verfügt werden.