450 Meter lang

Planungen der Hängebrücke über dem Todtnauer Wasserfall schreiten voran

Manuel Hunn

Von Manuel Hunn

Fr, 03. Juli 2020 um 19:03 Uhr

Todtnau

Der Gemeinderat Todtnau stimmt dem Bebauungsplanentwurf für die 450-Meter- Wasserfall-Hängebrücke zu. Kritik gibt es jedoch beim Parkplatz-Konzept und bei der Frage des Naturschutzes.

Die Planungen der Hängebrücke über dem Todtnauer Wasserfall schreiten weiter voran. Der Gemeinderat billigte am Donnerstag in seiner Sitzung in der Silberberghalle den Bebauungsplanentwurf. Bedenken gibt es aber dennoch, vor allem bei der Parkplatzsituation und beim Naturschutz.

Der Todtnauer Gemeinderat und die Ortschaftsräte von Aftersteg und Todtnauberg stimmten einhellig für den Bebauungsplanentwurf der Hängebrücke sowie für die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans. Zuvor erläuterte Tristan Laubenstein vom zuständigen Planungsbüro, dass "eine Fülle an Stellungnahmen" zum Bebauungsplan eingegangen seien.

Es gibt auch Bedenken

Während Verbände wie die Industrie- und Handelskammer oder der Regionalverband Hochrhein-Bodensee das Bauvorhaben überwiegend positiv bewerteten, wurden von anderer Seite auch Bedenken geäußert. So sieht beispielsweise der Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Alpenvereins seine Grundsätze und die Ziele des Naturparks bei der geplanten Hängebrücke "nur für bedingt eingehalten". Der Verein äußerte unter anderem die Befürchtung, dass einmal begonnene technische Erschließungen dazu führen könnten, dass touristische Angebote ungebremst ausgebaut werden. Als negatives Beispiel für eine solche Entwicklung diene das Hasenhorn. Die dortige Bebauung gehe "in Summe stark zu Lasten von Natur und Landschaft". Ähnliche Bedenken äußerte der Landesnaturschutzverband BW. Das Projekt trage zu einer "Verrummelung" der Umgebung bei und folge dem derzeitigen Trend, Urlaubsregionen zu Freizeitparks umzubauen. Es sei zu befürchten, "dass der Besucherverkehr aus dem Ruder läuft".

Auch der Schwarzwaldverein gab in einer Stellungnahme an, dass man die Hängebrücke kritisch sehe. Es sei darauf zu achten, "dass Natur und Landschaft nicht geschädigt werden". Für die Besichtigung des Wasserfalls seien keine technischen Hilfsmittel notwendig, da dieser auf Wanderwegen zugänglich sei. Der Wasserfall mit seiner natürlichen Umgebung sei bereits für sich eine Attraktion, die nicht zusätzlich aufgewertet werden müsse. Zudem sei es für den Verein ein Grundsatz, dass Besucher die Natur unentgeltlich erleben können.

Dem widerspreche, dass die Hängebrücke voraussichtlich nur gegen Eintrittsgeld betreten werden könne. Des weiteren würden die vorhandenen Parkplätze nicht ausreichen. Wie Laubenstein erklärte, seien mittlerweile Gutachten erstellt worden, durch die viele Bedenken ausgeräumt werden könnten. So sehe ein Umweltbericht unter anderem vor, dass die erforderlichen Eingriffe in die Natur ausgeglichen werden sollen. Zur umweltverträglichen Lenkung und Abfertigung des Besucherverkehrs sei ein Verkehrskonzept erarbeitet worden. Der Parkplatzbedarf könne durch die bereits bestehenden Parkplätze gedeckt werden.

Das Verkehrskonzept bereitet Sorgen

CDU-Fraktionssprecher Steffen Lehr äußerte die Sorge, dass das Verkehrskonzept "wirklich so funktionieren kann". Schon jetzt sei die Parkplatzsituation an Tagen mit hoher Besucherzahl problematisch. Zudem sei an der geplanten Stelle eine enge und gefährliche Kurve. Auch die Todtnauberger Ortsvorsteherin Franziska Brünner sprach das befürchtete Parkplatzproblem an. Bei der derzeitigen Planung sei mit Komplikationen im Verkehr zu rechnen. So müsse beim Ein- und Ausparken die Gegenfahrbahn benutzen werden. Laubenstein erläuterte, dass die Parkplatzsituation nicht Teil des Bebauungsplans sei und nochmals eigenständig betrachtet werde. Bisher sei die Planung, dass mit den vorhandenen Parkplätzen auch Zeiten mit vielen Besuchern abgedeckt werden können. Es könne aber reagiert werden, falls es doch zu Problemen komme. Das Verkehrskonzept enthalte dafür bereits entsprechende Optionen. Etwa gebe es die Möglichkeit, einen Shuttle-Bus einzurichten, um Besucher von Todtnau zur Hängebrücke zu bringen.