Betrügerische Telefonanrufer

Polizei warnt vor Enkeltrickwelle im Schwarzwald und im Breisgau

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Fr, 15. November 2019 um 13:38 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Am Freitagmittag ist eine Welle von betrügerischen Telefonanrufen angelaufen. Davor warnt das Polizeipräsidium Freiburg. Die Anrufer versuchen, mit dem "Enkeltrick" Geld zu ergaunern.

Um 13 Uhr hatte die Polizei von bis dahin drei Anrufen erfahren, bei denen mit der bekannten Masche des "Enkeltricks" versucht wurde, die Angerufenen zur Herausgabe von Geld zu bewegen. Das Polizeipräsidium gab sofort eine Warnmeldung heraus. Tatsächlich wurden dann noch zwei weitere Fälle gemeldet. Alle fünf Fälle, die sich auf eine Zeitraum von 11.30 bis 14.30 Uhr verteilten, lagen im Bereich des östlichen Teils des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, in den Gemeinden Titisee-Neustadt, Löffingen, Lenzkirch und Friedenweiler.

In allen fünf Fällen blieb es nach Angaben der Polizei beim Versuch. Den mutmaßlichen Betrügern gelang es also nicht, die Angerufenen zur Herausgabe von Geld zu bewegen. Die Anrufer waren sowohl männlich als auch weiblich. In einem Fall meldete sich laut Polizei ein angeblicher Enkel und behauptete, er brauche für einen Autokauf dringend Bargeld. Eine Frau, die sich als Enkelin ausgab, wollte zum Kaffeetrinken vorbeikommen. Sie habe einen Unfall gehabt und benötige für die Abwicklung Bargeld, behauptete sie.

Rat der Polizei: Am Telefon keine Verwandtennamen nennen

Die Polizei rät auch, Bekannte und Verwandte vor dieser Betrugsmasche zu warnen Die Polizei empfiehlt weiter, bei Anrufern, die sich nicht gleich klar mit dem eigenen Namen zu erkennen geben, misstrauisch zu sein. Keinesfalls solle man am Telefon raten, wer da anrufe und dabei selbst etwa Namen von Angehörigen nennen. Denn dann würden die Betrüger sich als diese Person ausgeben und durch geschickte Gesprächsführung versuchen, wegen angeblicher Notlagen oder mit sonstigen erfundenen Geschichten die angerufene Person zur Herausgabe oder Überweisung von Geld zu bewegen. Oft werde auch versucht, Boten zur Geldabholung zu schicken, da der vermeintliche Enkel gerade nicht selbst vorbeikommen könne.

Komme einem ein Anruf verdächtig vor, solle man unverzüglich die Polizei unter dem Notruf 110 verständigen.

Auch wenn jemand auf einen solchen Trick hereingefallen sei und tatsächlich einem angeblichen Verwandten Geld gegeben habe, solle man dies melden. Das könne der Polizei wertvolle Hinweise auf die Tätergruppen geben, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums.

Die Betrugsversuche treten meist zeitlich gebündelt in einer begrenzten Raumschaft auf, wie jetzt im östlichen Hochschwarzwald. Die Täter seien dann in dieser Zeit auch vor Ort. Danach wechselten die Tätergruppen in eine andere Raumschaft um dort nach der gleichen Masche vorzugehen.

Betrüger suchen Telefonbücher nach alten Vornamen ab

Die Betrüger suchen laut Polizei in den Telefonverzeichnissen nach potentiellen Opfern. Sie schauten dabei vor allem nach Vornamen, die für die ältere Generation typisch seien, so ein Polizeisprecher weiter: Ein Heinz wird also eher angerufen als ein Heiko, eine Waltraud eher als eine Vanessa. Die Polizei empfiehlt deshalb auch, Vornamen im Telefonbucheintrag einfach auf den ersten Buchstaben abkürzen zu lassen.

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