Polizeieinsatz folgte auf Morddrohung

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Di, 04. Mai 2021

Emmendingen

Prozessauftakt in Freiburg.

Vor der großen Strafkammer des Landgerichts begann vergangene Woche das Verfahren gegen einen 42-Jährigen, dem insgesamt 19 Taten zur Last gelegt werden. Dabei wird dem in Freiburg Geborenen unter anderem Sachbeschädigung, teils durch Brandstiftung und Körperverletzung vorgeworfen. Im Januar 2019 soll er zudem einen Arzt am Emmendinger Kreiskrankenhaus mit dem Tod bedroht haben, weil dieser ihm einen OP-Bericht vorenthalte. Der Angeklagte vermutete, dass an ihm mehr vorgenommen wurde als offiziell erklärt, äußerte er beiläufig am ersten Verhandlungstag. Ein weiteres Mal habe er gedroht, diesen Arzt und die gesamte Ärzteschaft des Kreiskrankenhauses zu töten und dies telefonisch bei der Polizei angekündigt, so die Anklage. Ausgelöst worden sei dadurch ein Großeinsatz der Polizei, der den Krankenhausbetrieb erheblich beeinträchtigte. Gedroht habe der Angeklagte auch, im Rathaus Freiburg eine Bombe zu deponieren. Die Taten soll der Angeklagte überwiegend im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen haben. Die Staatsanwaltschaft strebt, weil von dem Angeklagten eine Gefährdung der Allgemeinheit ausgeht, eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Das Verfahren ist auf fünf Tage angesetzt. Es steht im Raum, dass zum Schutz des Angeklagten, der sich zur Person, jedoch nicht zu den Vorwürfen äußern möchte, zeitweise die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird.