Nach 18 Jahren

Präsident des Oberbadischen Blasmusikverbandes hat sein Amt abgegeben

Kathrin Blum

Von Kathrin Blum

Fr, 29. März 2019 um 15:38 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Nach 18 Jahren hat Harald Bobeth sein Amt beim Oberbadischen Blasmusikverband Breisgau an Sabine Wölfle abgegeben. Jetzt will der 70-Jährige wieder vermehrt selbst musizieren.

Die Stunden hat er nicht gezählt, aber die Kilometer überschlagen: Fast 50.000 müssen es gewesen sein. So weit ist Harald Bobeth in den vergangenen Jahren gefahren: von Horben bis Herbolzheim, von Oberried bis Oberprechtal, von Wittnau bis Windenreute. 18 Jahre lang war der 70-Jährige Präsident des Oberbadischen Blasmusikverbandes Breisgau. In dieser Zeit hat er unzählige Konzerte genossen, verdiente Musiker geehrt, die Blasmusik gefördert. Nun tritt er zurück in die zweite Reihe – und will die gewonnene Zeit dafür nutzen, endlich wieder selbst zu musizieren.

Förderung des Nachwuchses war für Bobeth ein wichtiges Anliegen

In zwei Bereichen engagiert sich der Blasmusikverband: Um die Vereine musikalisch zu stärken, bietet er Fortbildungen und Workshops an, organisiert Wertungsspiele und das Ablegen der Jungmusikerleistungsabzeichens. Zum anderen unterstützt der Verband die Verantwortlichen der Vereine, indem er über Daten- und Jugendschutz, Steuer- und Finanzrecht sowie Marketing und Werbung informiert.

Für Bobeth, der vor seiner Pensionierung als Lehrer gearbeitet hat, stand die Unterstützung und Förderung des Nachwuchses immer weit oben auf der Prioritätenliste. Das Engagement im Musikverein hat für ihn nicht nur eine kulturelle, sondern auch soziale und persönlichkeitsbildende Komponenten. "Um ein Instrument zu erlernen braucht es Ausdauer, Selbstdisziplin, Leistungsbereitschaft, es fördert Kreativität und Konzentrationsfähigkeit." Zudem lernten junge Leute im Verein demokratische Strukturen kennen und erlebten, was es bedeutet, ein Team zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen.

"Ich hatte das Glück, mit einem ausgezeichneten Team arbeiten zu dürfen." Harald Bobeth
Er selbst erfuhr das in der Verbandsarbeit: "Ich hatte das Glück, mit einem ausgezeichneten Team arbeiten zu dürfen, wir wussten immer, dass wir uns hundertprozentig aufeinander verlassen können." Für die (zeit-)intensive Arbeit belohnt wurde Bobeth unter anderem "mit wirklich tollen Konzerten". Er schwärmt von phantastischen Auftritten und erinnert sich gerne an solche mit tollem Ambiente, etwa weil sie vor der Kulisse eines Schlosses oder in einem alten Gutshof stattfanden. Die Frage nach seinem Lieblingsmusikstil beantwortet er diplomatisch: "Das Faszinierende ist die Vielfalt: Ich mag traditionelle Blasmusik genauso wie sinfonische, rockige oder jazzige."

Sabine Wölfle wird Nachfolgerin

Zu den Tiefpunkten seiner Verbandsarbeit gehörte die Auflösung des auf sehr hohem Niveau musizierenden Verbandsorchesters 2014 – das nach fast 25 Jahren nicht mehr spielfähig war. Ein Hoffnungsschimmer: Im gleichen Jahr wurde das Verbandsjugendorchester Breisgau gegründet. Die ersten Konzerte klangen Bobeth zufolge vielversprechend.

Von 1986 bis heute war Bobeth im Präsidium des Blasmusikverbands aktiv, davon 18 Jahre als Chef. Seine Nachfolge tritt mit Sabine Wölfle eine Frau an, auch zwei ihrer drei Stellvertreter sind weiblich. "Ich habe das aktiv gefördert", sagt Bobeth. In den Vereinen und auch den Vorständen seien so viele Frauen engagiert, da sei es höchste Zeit gewesen eine Präsidentin zu küren. Die Übergabe hätte das alte Präsidium umfassend und von langer Hand vorbereitet.

Bobeth nun Ehrenvorsitzender

Für seine Verdiente hat der Verband Bobeth zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Blasmusik wird ihn auch weiter begleiten: Im Funktionärsruhestand will er wieder Posaune üben und vielleicht gelegentlich mit seiner Frau, die Klavier spielt, zusammen musizieren. Zum Taktstock greifen – drei Jahre lang hat er das Schallstadter Orchester geleitet – will er hingegen nicht mehr. Ein bisschen Zeit ist auch für andere Hobbys wie das Bergwandern und das Kochen reserviert. Und natürlich für seine Familie, allen voran die vier Enkelkinder.