Landgericht Freiburg

Prozess wegen Vergewaltigung am Landgericht geht weiter

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Do, 01. April 2021 um 16:11 Uhr

Freiburg

Der Prozess gegen drei Männer wegen Vergewaltigung geht mit Zeugenaussagen zu anderen Tatvorwürfen weiter. Zwei der Männer waren im Hans-Bunte-Prozess bereits verurteilt worden.

Der Prozess am Landgericht gegen drei junge Syrer, die wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung auf der Anklagebank sitzen (die BZ berichtete), wird Ende April fortgesetzt. An den letzten Verhandlungstagen wurde das mutmaßliche Opfer der drei gehört – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im öffentlichen Teil ging es um um zwei weitere Taten, die einem der Angeklagten, Majd H., vorgeworfen werden. Zum einen soll er im April 2018 einen jungen Mann mit dessen Krücken schwer verprügelt haben. Zum anderen soll er im September desselben Jahres zwei junge Frauen schwer sexuell belästigt haben.

Ex-Freundin: Er hat eine niedrige Toleranzschwelle

Zu dem ersten Vorfall sagen der Geschädigte sowie die damalige Freundin von H. aus. Demnach war H. abends mit seiner Freundin unterwegs und stritt sich mit ihr. Die Auseinandersetzung wurde so heftig, dass ein Passant sich einmischte, den H. daraufhin heftig verprügelte. Während dieser grobe Rahmen in beiden Schilderungen deckungsgleich war, erinnerten die beiden Zeugen den vorausgegangenen Streit etwas anders sowie die Frage, von welcher Seite der erste Schlag kam. H.s Freundin sagte über ihn jedoch auch: "Er hat eine niedrige Toleranzschwelle. Er rastet schnell aus."

Über den zweiten Vorfall sagte die Bezugspädagogin der beiden geschädigten jungen Frauen aus. Majd H. habe versucht, die beiden losen Bekannten zu sexuellen Handlungen zu bewegen, was diese jeweils verweigerten. Ihm wird daher ein versuchter sexueller Übergriff vorgeworfen. Die Betreuerin erzählt auch, wie sehr die beiden Mädchen im Anschluss an die Tat belastet waren.

Der Prozess wird Ende April mit der Befragung weiterer Zeugen, unter anderem der Mutter des Opfers, fortgesetzt.