"Pumpstationen können bei Hochwasser noch nicht eingesetzt werden"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 09. August 2021

Breisach

Die Bauarbeiten für den Rückhalteraum Kulturwehr Breisach dauern an / Die Brunnengalerien sollen im kommenden Jahr fertig werden.

. Durch das Hochwasser im Rhein hat es in den vergangenen Wochen in bestimmten Bereichen in Breisach, vor allem in Wohnhäusern, nasse Kellerräume durch den Anstieg des Grundwassers gegeben. Da die Bauarbeiten für den Rückhalteraum Kulturwehr Breisach noch nicht abgeschlossen sind, können die Grundwasserpumpstationen zur Senkung des Grundwassers nicht eingesetzt werden.

Darauf weist Lothar Neumann hin, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) für eine verträgliche Retention Breisach/Burkheim.

In Hochstetten sind die 17 Grundwasserpumpstationen fertiggestellt. Hier müsse noch die Verbindung zum Rückhalteraum zur Ableitung hergestellt werden. In Breisach werde nach Aussage des Regierungspräsidiums mit der Fertigstellung der vorgesehenen 15 Brunnengalerien im Jahr 2022 gerechnet. Die im Elsass (Vogelgrün und Volgelsheim) notwendigen Arbeiten im Bereich des Grundwassers würden noch längere Zeit in Anspruch nehmen. "Das Regierungspräsidium hat dafür mit dem Elsass eine Sondervereinbarung getroffen, so dass nach Fertigstellung der Baumaßnahmen in Breisach trotzdem mit Probeflutungen des Rückhalteraumes begonnen werden kann", teilt Neumann mit. Erst dann könnten die Grundwasserpumpstationen bei Retentionsflutungen eingesetzt werden. Die Stadt Breisach könne allerdings auf eigene Kosten beantragen, dass die Pumpen auch bei einem Hochwasser im Rhein und einem damit verbundenen Grundwasseranstieg im Stadtgebiet eingesetzt werden, so Neumann weiter.

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) stellt derzeit fest, dass die zahlreichen Regenfälle im Juli in vielen Landesteilen für Entspannung in den Grundwasserbeständen geführt haben. "Dieses Phänomen ist im hydrologischen Sommerhalbjahr äußerst selten und angesichts der ausgeprägten Trockenheit der vergangenen Jahre besonders eindrucksvoll", wird Michael Wingering, zuständig bei der LUBW für den Grundwasserbericht, in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Bewertungskarte zeige an fast allen Messstellen im Land mittlere oder überdurchschnittliche Grundwasserstände. Für die nächsten Monate sieht er keinen weiteren Anstieg für die Grundwasservorräte. "Die Bodenfeuchte nimmt tendenziell weiter ab und dürfte aufgrund des hohen Wasserbedarfs der Vegetation selbst bei feuchter Witterung den Grundwasserneubildungsprozess einschränken", so der Fachmann.