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Radio-Bastian-Haus am Freiburger Martinstor wird runderneuert

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Di, 22. Oktober 2019 um 13:21 Uhr

Altstadt

Eine Freiburger Familie hat ein prominentes Geschäftsgebäude beim Martinstor erworben. Das Gebäude wird nun umfassend renoviert. Der Umbau soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Seit Juli sind die Handwerker am Zug. Ein Baugerüst und Schutznetze verbergen den Blick auf das Radio-Bastian-Gebäude in der Kaiser-Joseph-Straße 260. Das prominent beim Martinstor gelegene Geschäftshaus, das 1972 errichtet wurde und seit rund drei Jahren vor allem wegen seiner Sichtbetonfassade unter Denkmalschutz steht, wird derzeit umfassend renoviert. Eine Freiburger Familie hat die Immobilie, die einst der Volkswohl-Bund-Versicherung gehört hat, erworben und will sie nun modernisieren. Ende 2020 sollen die neuen Mieter dort einziehen.

"Wir revitalisieren das Haus umfänglich", erklärt der Freiburger Immobilienmakler Andreas Stauß. Sein Büro kümmert sich um die Abwicklung der Bauarbeiten und um die Neuvermietung. Zu den neuen Eigentümern des Gebäudes hüllt Stauß sich in Schweigen. Er verrät nur, dass es sich um eine Familie aus der Stadt handelt – und dass Freiburger Unternehmen bei der Vermietung hoch willkommen sind, gerade auch im Hinblick auf die insgesamt 250 Quadratmeter große Einzelhandelsfläche im Erd- und Untergeschoss. Dort war von der Fertigstellung des Gebäudes bis 2005 das Hi-Fi-Fachgeschäft Radio-Bastian ansässig, danach das Computergeschäft Hotlyne und zuletzt ein Cult-Fashion-Modegeschäft. "Wie die Fläche künftig genutzt wird, ist noch offen", sagt Stauß. Man führe erste Verhandlungen, aber noch sei nichts in trockenen Tüchern. Dass ein Gastro-Betrieb einziehe, halte er für eher unwahrscheinlich. Die insgesamt fünf Obergeschosse bieten laut Stauß je 180 bis 250 Quadratmeter Bürofläche. Bislang sei erst eine Etage fest vermietet – nämlich an sein eigenes Büro. Nach Abschluss der Bauarbeiten, voraussichtlich Ende 2020, werde sein Team vom bisherigen Standort in der Hochmeisterstraße 8 in Herdern in die Innenstadt umziehen.

Die Fensterrahmen bleiben, das Glas wird getauscht

Im Übrigen gestalte sich die Renovierung sehr aufwändig. "Wir müssen beispielsweise die Fensterrahmen erhalten, weil die ebenfalls unter Denkmalschutz stehen", so Stauß, "die Verglasung aber muss getauscht werden, allein schon aus energetischen Gründen." Bis auf die denkmalgeschützten und die tragenden Bauteile werde das Haus weitgehend entkernt und neu aufgebaut, erläutert der Makler. Zu den Kosten des Projekts will er sich nicht näher äußern.

In direkter Nachbarschaft hatten ebenfalls Freiburger Privatanleger, nämlich Günter Schneidereit und Reinhard Willi, den gut 100 Jahre alten Freiburger Hof erworben und umfassend renoviert. Vorbesitzer war ebenfalls eine Versicherung.

Immobilienmakler Stauß räumt ein, dass bei der Vermietung von Innenstadthandelsflächen heute Fingerspitzengefühl bei der Festlegung der Miethöhe gefragt sei: "Die Ladenmieten sind zuletzt teils derart gestiegen, dass so manches Ladenkonzept kaum noch machbar war – wir suchen da nach fairen Lösungen."