Schanzlin-Areal

Rat lehnt weiteren Bürgerdialog zum Köpflewald knapp ab

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Do, 25. November 2021 um 18:30 Uhr

Weisweil

Das Verfahren für das Weisweiler Baugebiet "Köpflewald" geht weiter wie geplant. Einen weiteren Bürgerdialog zum dem Thema lehnten die Gemeinderäte knapp ab.

Die Planungen und Beratungen zum Baugebiet "Köpflewald" gehen weiter wie geplant. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Mittwochabend. Auf der Tagesordnung stand ein Antrag, vor weiteren Beratungen einen Bürgerdialog oder Workshop zu den Auswirkungen des Baugebietes auf dem ehemaligen Schanzlin-Areal einzuschieben. Bürgermeister Michael Baumann sah darin eine falsche Vorgehensweise. Der Antrag scheiterte knapp.

Die Gemeinderäte Anna Huber, Rosemarie Schmidt, Klemens Hamann und Kurt Schmidt hatten den Antrag zu einer Bürgerdiskussion als Fortführung des Gemeindeentwicklungskonzeptes beantragt. Dieses Vorgehen biete sich an, da "Köpflewald" Auswirkungen auf die ganze Gemeinde habe, erklärte Schmidt. Der Dialog mit den Bürgern sei nötig, um im Gemeinderat gute Entscheidungen zu treffen. Der Austausch sei vor dem förmlichen Verfahren nötig. Bislang sei nur einmal mit den Bürgern vor Ort gesprochen worden. Man dürfe nicht nur mit dem Investor reden, sagte Schmidt. Im Köpfle hatte sich Widerstand gegen die Bebauung geregt und sich die Interessengemeinschaft (IG) Köpflewald gebildet, um das geplante Vorhaben zu stoppen.

Bürgermeister hält an Vorgehensweise fest

Baumann erinnerte an die Vorgehensweise, auf die man sich verständigt habe. Nach einem Treffen mit den Anwohnern und einer Klausur im Juli, zu der die IG hinzugezogen worden sei, habe es einen weiteren Termin vor Ort gegeben, wo die Bürger über die Pläne des Immobilienentwicklers bdp informiert worden seien. Diese Termine seien immer fürs ganze Dorf und entsprechend angekündigt gewesen. Anfang Februar werde eine weitere Klausur mit der IG stattfinden. "Wir nehmen die Anliegen der Anwohner ernst", versicherte Baumann. Eine offene Diskussion über die Auswirkungen, bevor die ganzen Pläne und die Einschätzungen der Behörden vorliegen, sei nicht der richtige Weg. Baumann erinnerte daran, dass es für solche Vorhaben rechtliche Vorgaben gebe und auch der Investor Rechte habe. "Es ist genug politisiert worden", sagte Baumann. Mit den Ergebnissen aus der Klausur stünden die Eckpunkte für den städtebaulichen Vertrag mit dem Investor. In diesen werde auch eine eigene Baustraße für die Erschließung aufgenommen. Das Verfahren beinhalte zwei Offenlagen und biete genug Gelegenheiten, die Bedenken einzubringen.

Kein förderliches Verhalten

"Warum wird jetzt so ein Wind gemacht?", fragte Norbert Leibbrand. Es seien eine Reihe großer Baugebiete entwickelt worden und die Bevölkerung habe die Erschließungen und den zusätzlichen Verkehr mitgetragen. Die Vorgehensweise, dass zu Treffen der IG nur manche Räte eingeladen werden, hielt er für nicht förderlich. Auch Jörg Fink erklärte die übliche Vorgehensweise mit Anhörungen der Träger öffentlicher Belange und Möglichkeiten für Private, sich zu äußern, für den richtigen Weg. "Wir können nicht etwas diskutieren, bevor die Daten auf dem Tisch liegen", so Fink. Alle wollten ein verträgliches Baugebiet.