Kurz gemeldet: Luchs oder Mensch

BZ/kam

Von BZ-Redaktion & Katharina Meyer

Sa, 11. Januar 2020

Bildung & Wissen

Studie zu Störfaktoren für Rehe.

"Der Mensch kann das Verhalten von Wildtieren und sogar deren Tag-und-Nachtrhythmus stark beeinflussen", sagt Naturschutzbiologe Marco Heurich von der Universität Freiburg. Ein Team um Nadège C. Bonnot vom französischen Nationalen Forschungsinstitut für Wissenschaft und Technologie für Umwelt und Landwirtschaft (INRAE) hat gemeinsam mit Heurich untersucht, wie sich die Wiederansiedlung von Luchsen in Europa auf das Verhalten von Rehen auswirkt und welche Rolle menschliche Aktivitäten bei den Veränderungen spielen. Ihre Ergebnisse haben Bonnot, Heurich und weitere Forschende in der Fachzeitschrift Journal of Animal Ecology veröffentlicht, wie die Uni Freiburg mitteilt.

Rehe reagierten deutlich auf Störungen durch den Menschen: Sie verringerten ihre Bewegungen bei Tageslicht um den Faktor 1,37, wenn Störungen durch Siedlungen oder Straßenverkehr gleichbleibend hoch waren. Die Bejagung verschärfte diesen Effekt noch: Während der Jagdsaison stellten Rehe den größten Teil ihrer Aktivität auf die Nacht und Morgendämmerung um. Dies blieb sogar so, wenn es in der Region Luchse gab, wie Marco Heurich berichtet. Ohne menschlichen Einfluss dagegen wichen die Rehe ihrem nachtaktiven Räuber aus, in dem sie vermehrt am Tag aktiv waren.