Mehr als eine Nebenwirkung

Darum wird Gewichtsverlust in der Krebstherapie nicht richtig behandelt

Christoph Weymann

Von Christoph Weymann

Fr, 24. August 2018 um 12:24 Uhr

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus Gewichtsverlust ist in der Krebstherapie eine häufige Komplikation – die oft nicht richtig behandelt wird. Oft genug nehmen Ärzte ihn als Nebenwirkung hin. Dabei kann Patienten geholfen werden.

Es klingt seltsam, aber manchmal passiert es mitten in Westeuropa, mitten in einem hochmodernen Krankenhaus, dass Menschen fast verhungern. Vor allem bei Tumorerkrankungen ist körperliche Auszehrung eine häufig auftretende Komplikation – und zum Entsetzen von Ernährungsmedizinern wird sie teilweise immer noch als Nebenwirkung hingenommen, die man ärztlich nicht behandeln kann und muss.

Die Gründe für den Gewichtsverlust sind vielfältig. Ältere Menschen haben natürlicherweise oft schon vor einer Erkrankung die Lust am Essen verloren, auch der psychische Stress verringert den Appetit von Krebspatienten. Operationen, vor allem wenn der Verdauungstrakt betroffen ist, Chemotherapie und Bestrahlung führen oft zu Übelkeit und einer Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel. Aber auch der Tumor selbst und der Versuch des Immunsystems, ihn mit einer Entzündungsreaktion zu bekämpfen, spielen eine wichtige Rolle.

Vermeintlich hilfreiche "Krebsdiäten" verschlimmern das Problem
Eine weitere Ursache für das Abmagern von Patienten wird oft übersehen: sogenannte Krebsdiäten. Darauf hat Nicole Erickson vom Comprehensive Cancer Center des Uniklinikums München, beim diesjährigen Deutschen Krebskongress in Berlin aufmerksam gemacht. Italienische und amerikanische Studien hätten gezeigt, dass etwa die Hälfte aller Krebspatienten zusätzlich Therapien und Ernährungsratschläge aus dem alternativmedizinischen Bereich ...

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