Corona-Trend

Viele Menschen kochen wieder mehr selbst

KNA

Von KNA

Mo, 14. September 2020 um 18:42 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Nirgends schmeckt’s so gut wie bei Oma - und in Zeiten von Corona liegen Großmutters Rezepte im Trend. Wie die Pandemie die Essgewohnheiten der Deutschen verändert hat.

Es duftet in der Küche von Petra Schneid. Auf dem Herd steht ein dampfender Topf mit Zwetschgen, in den die 86-Jährige Zucker und Zimt hineingibt und etwas Zitronensaft dazuträufelt. Seit sie jung war, ist die Augsburgerin bemüht, möglichst viel einzumachen, wie sie erzählt. Kraut, Bohnen, Kohlrabi, Sellerie, Schwarzwurzeln und Gurken – dies und noch mehr hat sie auf kleinen Beeten in ihrem Garten angebaut. Dort stehen auch ein Apfel-, ein Kirsch- und ein Zwetschgenbaum.

"Ich versuche, alles zu verarbeiten, denn mehr Bio geht nicht", sagt Schneid und lacht. Was für die Seniorin selbstverständlich ist, ist in der Corona-Pandemie zu einem Trend geworden: das Selbermachen. Die Ausgangsbeschränkungen haben viel Kreativität freigesetzt – und die Liebe vieler zum eigenen Herd neu entfacht. Das Einkochen hat eine lange Tradition. Das Wissen darüber wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die Liste der Zutaten und Geschmackskombinationen ist lang: Herzhaftes mit Gemüse, Süßes mit Obst, Pikantes mit beidem und sogar Wurst und Fleisch – alles lässt sich einkochen oder einmachen.

"Einkochen" meint das Sterilisieren von Lebensmitteln, beim "Einmachen" werden die Zutaten pasteurisiert. Durch beide Verfahren werden Lebensmittel haltbar, wobei sie beim Einkochen am längsten genießbar bleiben. Für Letzteres werden die gekochten Zutaten direkt ins Glas gegeben. Beim anschließenden Auskühlen bildet sich im verschlossenen Glas ein konservierendes Vakuum.

Einkochen und Einmachen habe nichts mit Hamstern zu tun, betont Petra Schneid mit Blick auf die leeren Nudelregale zu Beginn der Pandemie. "Man legt sich seit jeher einen Vorrat an. Das haben wir als Kinder gelernt." So sei immer etwas im Haus.