Wenn der intelligente Zähler kommt

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Von dpa

Mo, 10. Februar 2020

Haus & Garten

Der Smart Meter soll die Energiewende im Privathaushalt vorantreiben / Wer schon jetzt aktiv werden sollte.

Mit zwei Jahren Verzögerung beginnt im Jahr 2020 der Einbau der ersten intelligenten Stromzähler, der Smart Meter. Die meisten sind davon und von der neuen Messung des Stromverbrauchs jetzt noch nicht betroffen. Aber kann es sich lohnen, schon aktiv zu werden? Fragen und Antworten dazu.

Was sind Smart Meter?
Die neuen Geräte bestehen aus zwei Elementen: einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul. Smart Meter zeigen nicht nur den aktuellen Zählerstand an, sie speichern die Werte auch. So können die Verbraucher an einem Display ablesen, wie viel Strom sie etwa im vorangegangenen Monat verbraucht haben. Das Kommunikationsmodul wird Gateway genannt und macht den digitalen Zähler erst zum intelligenten Messsystem. Es übermittelt die Verbrauchsdaten verschlüsselt an Stromlieferanten und Netzbetreiber. Damit entfällt also zum Beispiel der Hausbesuch von Ablesern.

Was bringt das noch?
Der Smart Meter soll das vernetzte Leben zu Hause auf ein neues Level führen. So soll es nach der Einführung von flexiblen Stromtarifen, auf die mal stärkere und mal schwächere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien reagieren. Ein Beispiel: So soll die Waschmaschine nur noch anspringen, wenn Strom in großen Mengen verfügbar ist und damit besonders günstig ist.

Wer bekommt gleich einen?
Smart Meter werden nicht sofort flächendeckend eingeführt. Erst bei einem Stromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden im Jahr müssen sie eingebaut werden. Zum Vergleich: Das wäre laut des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) in etwa doppelt so hoch als der Standardwert eines Vier-Personen-Haushalts. Zumindest die meisten Haushalte wird die Einbaupflicht also nicht treffen. Doch auch wer mit einer Solaranlage mit mehr als sieben Kilowatt Leistung Strom produziert oder ein verringertes Netzentgelt für eine Wärmepumpe oder eine Nachtspeicherheizung zahlt, bekommt ein intelligentes Messsystem.

Muss ich selbst aktiv werden?
Nein, die Messstellenbetreiber werden aktiv. Sie können auch entscheiden, in welchen Haushalten sie beginnen. Es sei laut VKU aber auch möglich, dass ein Messstellenbetreiber sich in einem Mehrfamilienhaus, in dem es auch eine Einheit mit mehr als 6000-Kilowattstunden-Verbrauch gibt, dazu entscheiden würde, alle Zähler an Gateways anzuschließen. Das hänge von der Strategie der Messstellenbetreiber ab. Der Betreiber muss den Einbau rechtzeitig ankündigen, und die Bewohner müssen das dulden.

Wie viel kostet mich ein
Smart Meter?
Die Kosten hängen vom Stromverbrauch oder der Leistung zum Beispiel der Photovoltaikanlage ab. Laut Bundesnetzagentur gibt es für Verbraucher eine Preisobergrenze für den Messstellenbetrieb und die Messung von rund 20 Euro im Jahr. Teurer kann es werden für Haushalte, die freiwillig den Einbau eines intelligenten Messsystems wünschen. Dazu können noch Kosten kommen, wenn der Zählerschrank für das smarte Messsystem umgebaut werden muss, der Verbraucherzentrale NRW zufolge können das bis zu mehrere tausend Euro sein.

Wie sicher sind Gateways
vor Datendiebstählen?
Laut Bundesnetzagentur ist gesetzlich festgelegt, wem zu welchem Zweck Daten übermittelt werden. In erster Linie übermitteln die Messstellenbetreiber die Daten an Netzbetreiber und Energielieferanten. Aber auch Direktvermarktungsunternehmer nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und Stellen, die die Einwilligung des Anschlussnutzers bekommen, dürfen zum Beispiel die Daten erhalten. Wer genau Daten erhält, erfahren Verbraucher laut dem Bundeswirtschaftsministerium in Datenblättern, die der Messstellenbetreiber zur Verfügung stellen muss.

Die Sicherheit war ein Teil des Problems, der zur Verzögerung des Einbaustarts führte: Man habe sehr viel Aufwand betrieben, um die Datensicherheit zu gewährleisten, erklärt der VKU. Und auch, dass nun der Sicherheitsstandard sehr hoch sei.