Kreisliga

Rheinfelder Reserve an der Spitze, der FC Bad Säckingen spielt furios

Jürg Schmidt

Von Jürg Schmidt

Di, 07. September 2021 um 10:37 Uhr

Kreisliga Hochrhein

In der Kreisliga A beflügeln Vaterfreuden Arjenit Gashi vom TuS Lörrach-Stetten beim packenden 5:4-Heimsieg. Der SV Obersäckingen hat nach drei Spielen bereits den Trainer gewechselt.

Die zweite Mannschaft des FSV Rheinfelden bleibt in der Kreisliga A West auf Meisterschaftskurs. Mit dem 5:3 beim FC Huttingen baute der FSV die Tabellenführung aus. "Huttingen hat sehr gut gespielt und hat es uns schwer gemacht", referierte FSV-Trainer Sascha Rueb. Zweimal glichen die Huttinger aus, ehe die Gäste auf 4:2 davonzogen. Der Huttinger Anschluss fiel zu spät (88.) und wurde umgehend mit dem 3:5 beantwortet. "Ein schwieriges Spiel mit vielen Toren", fasste Rueb die Partie zusammen.

Die SF Schliengen rangieren nach dem 2:2 in Todtnau nun fünf Punkte hinter dem FSV. Harald Wissler, Trainer des SVT, war hochzufrieden, "da wir eher als Außenseiter in die Partie gegangen sind". In Spielführer Kevin Wissler, der mit einem Muskelfaserriss wohl einen Monat ausfallen wird, und in Simon Dietsche, der am Donnerstag gegen Steinen-Höllstein (3:0) Gelb-Rot gesehen hatte, fielen gleich beide Sechser aus. "Wir haben dafür Matthias Wassmer aus der zweiten Mannschaft hochgezogen", sagte Wissler.

Nach dem schnellen Rückstand nach der Pause befürchtete er schon, dass das Defensivgefüge auseinanderfallen würde. "Stattdessen haben wir sehr schnell den Ausgleich geschafft." Und es sollte noch besser werden: Moritz Schubnell, frisch aus dem Urlaub zurück, stand nach seiner Einwechslung gerade fünf Minuten auf dem Platz, als er das 2:1 erzielte. Doch die Gäste kämpften sich zurück, hatten Pech mit einem Pfostentreffer und notierten zahlreiche Chancen. "In unserem Sechzehner hat es ein paarmal lichterloh gebrannt", so der Trainer. Mit der letzten Aktion des Spiels verpasste Todtnau den "Lucky Punch": Wassmer setzte nach einem Konter den Ball am Pfosten vorbei. "Das hätte dem Spielverlauf gar nicht entsprochen, wäre aber die Kirsche auf dem Sahnehäubchen gewesen", fand Wissler.

Binzener Perrone erwischt Glanztag – fünf Scorerpunkte

Mit dem 7:0 gegen die SG FC Wehr-Brennet II landete der TuS Binzen saisonübergreifend bereits den neunten Heimsieg in Folge. Trainer Karl-Frieder Sütterlin meinte allerdings: "Die ersten drei Gegner in den Heimspielen sind der Kategorie ’hinterer Bereich’ zugehörig. Aber auch diese Spiele gilt es konzentriert anzugehen." Nicht nur des Ergebnisses wegen war er hochzufrieden: "Die Einstellung hat gepasst."

Einen Glanztag erwischte Guido Perrone, der zwei Tore beisteuerte und drei vorbereitete. Sütterlin: "Er hat wieder gezeigt, wie wichtig er für uns ist." Der Coach bescheinigte zudem Kapitän David Bosek nach dessen langer Verletzungspause und dem eingewechselten Patrice Glaser einen tadellosen Auftritt.

Der erste Heimsieg der Saison gelang dem TuS Lörrach-Stetten mit dem 5:4 gegen den SV Schopfheim. Der Spielverlauf, in dem der SVS dreimal in Führung lag, verlangte den Nerven einiges ab. "Ich lasse gerne offensiv spielen und nehme dann auch mal Gegentore in Kauf – solange wir nur eins mehr schießen", erklärte TuS-Trainer Faik Zikolli seine Philosophie. "Wir haben viele individuell überragende Spieler, die so eine Partie entscheiden können, und das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber wir benötigen noch etwas Zeit." Das Wochenende nicht so schnell vergessen wird Arjenit Gashi: Tags zuvor Vater geworden, erzielte er in der Nachspielzeit mit einer Direktabnahme den 5:4-Siegtreffer.

Erste Niederlage für Aufstiegsaspirant Murg

In der Kreisliga A Ost hat der SV BW Murg erstmals Punkte liegenlassen: Er unterlag 0:1 beim SV Waldhaus. Giuseppe Stabile, Trainer des SV Blau-Weiß, mochte keinen Vorwurf an seine Mannschaft richten: "Sie hat alles versucht, aber wir haben diesmal eben keine 100 Prozent erreicht, sondern vielleicht nur 90. Es gibt solche Tage, an denen man einfach nicht an die Leistungsgrenze herankommt." Der SV Waldhaus agierte aus einer verstärkten Defensive mit einer Spitze, was den Tabellenführer vor Probleme stellte. Der SVW habe "sehr kompakt verteidigt und wir haben keine Lösungen dafür gefunden", musste Stabile einräumen. "In den ersten 15 Minuten hatten wir einige klare Chancen, die wir nicht genutzt haben. Danach war es ein typisches Unentschieden-Spiel." In der 61. Minute indes erzielte Robin Oberst das Tor des Tages. Stabile zeigte sich überzeugt, dass es sich im Laufe der Saison ausgleichen werde: "Irgendwann gibt es noch einmal so ein 50:50-Spiel und dann haben wir das Glück auf unserer Seite."

Bad Säckinger Offensive in wahrem Rausch

Beim FC Bad Säckingen kehrte nach dem ungefährdeten 6:0-Sieg über die Landesliga-Reserve des SV 08 Laufenburg Erleichterung ein. Im dritten Anlauf holte die Mannschaft von Trainer Clemens Bauer den ersten Saisonsieg. "Wir hatten uns nach dem missglückten Start viel vorgenommen, nämlich gleich hellwach und griffig zu sein und jeden Zweikampf anzunehmen, und das haben wir von Anfang an umgesetzt." Bauer hatte bereits vor dem frühen 1:0 (12.) zwei Großchancen für sein Team notiert. "Mit dem 1:0, spätestens mit dem 2:0 (21.) war der Knoten geplatzt", so der Coach. "Die Mannschaft hat eine Superreaktion auf die vorigen Spiele gezeigt." Insbesondere die Offensivabteilung mit Angelo Podda, Domenico Bucalo und Bennet Wagner spielte sich in einen wahren Rausch. Da konnte sich der FC sogar erlauben, einen Foulelfmeter zu verpatzen; kurz vor der Pause scheiterte Mariusz Rymsza. So befand Bauer: "Der 5:0-Pausenstand war noch gnädig." Die Zielvorgabe für die zweite Halbzeit lautete: "Genauso weitermachen – und zu Null spielen." Die sechs Gegentore in den vorangegangenen zwei Spielen fuchsten die Kurstädter noch ungemein. "Die Defensive hat diesmal sehr gute Arbeit geleistet, lediglich in den letzten fünf Minuten kam Laufenburg zu einer Gelegenheit", resümierte Bauer zufrieden.

Trainerwechsel beim SV Obersäckingen

Eine überraschende Personalie vermeldete der SV Obersäckingen: Noch vor dem dritten Spieltag hatte sich der Verein von Trainer Matteo Vella "in beiderseitigem Einvernehmen" getrennt. Als Nachfolger wurde Carlo Ciarmiello installiert. Jener kehrte nach neun Jahren zum SVO zurück; bereits von 2010 bis 2012 hatte er dieses Amt inne. Seine Rückkehr auf die Trainerbank war erfolgreich: Er durfte sich gleich über einen 4:2-Heimsieg gegen den FC Grießen freuen.