Wahlspruch

WALDGEIST: "Händ’ Sorg"

Michael Krug

Von Michael Krug

Sa, 01. August 2020

Rickenbach

Die Sitzung des Rickenbacher Gemeinderates am Dienstag barg viele Überraschungen. Unter anderem ging es um die Pflanzung zweier Bäume vor dem Rathaus. Das hatte der Gemeinderat wohl vor dessen Sanierung festgelegt, denn dabei mussten zwei Bäume weichen. Jetzt aber stellte sich heraus, dass zwei neue Bäume auch Parkplätze vernichten würden, was das Stellplatzkonzept aushebeln und Probleme anderer Art aufwerfen würde. Da stellte Bürgermeister Zäpernick die Frage in den Raum, wie es denn die Räte mit dem neuen Grün vor dem Rathaus halten würde. Und tatsächlich meinte Margrit Eckert-Schneider von den Grünen, dass es "Blödsinn" sei, vor dem Rathaus die Bäume zu pflanzen. Es gab auch schon Zeiten, da setzten sich die Grünen für viel weniger Grün viel engagierter ein. Das tat eine Gruppe um Walter Waßmer und Margrit Eckert-Schneider für die Verschönerung der Ortseingänge mittels neuer Schilder. Sie sollen die bereits bestehenden Schilder ersetzen, die an manchen Ortsteileingängen stehen. Auf dem Schild, dass die Durchfahrenden verabschiedet, wollen die Initiatoren den Slogan "Händ’ Sorg" drucken lassen. Das steht in etwa für "Habt Acht", "Passt auf euch auf". Das, so Walter Waßmer, würde auch über die Pandemie hinaus ein zeitlos guter Rat sein. Nur, ob ihn der durchreisende Rheinländer versteht? In Herrischried wird morgen gewählt. Und wenn man es ganz genau nimmt, sind eigentlich noch jede Menge Stimmen neu zu vergeben. Ginge man mal von einer (natürlich utopischen) Wahlbeteiligung von 100 Prozent aus, würden 40 Prozent vom ersten Wahlgang fehlen (60 Prozent Wahlbeteiligung) und die 20 Prozent, die Annekatrin Mickel wählten, wären ebenfalls neu zu vergeben. 60 Prozent aller Stimmen also. Gut, realistisch betrachtet wird es wohl nur höchstens die Hälfte werden, aber 30 Prozent sind immer noch eine ganze Menge. Das Rennen bleibt spannend bis zuletzt.