Corona-Krise

Ruster Bürgermeister sieht Reisende nicht als Treiber der Pandemie

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Di, 13. Oktober 2020 um 17:02 Uhr

Rust

Der Ruster Bürgermeister sieht Reisende nicht als Treiber der Pandemie. Das sagte er am Montag im Gemeinderat in seinen Anmerkungen zum Beherbergungsverbot in Baden-Württemberg.

Sein Statement stand unter dem Eindruck einer steigenden Zahl an Infizierten in der Ortenau. Klare: "Die Ortenau ist an der Schwelle, zum Risikogebiet erklärt zu werden, mit all den Folgen, die dann auf die Menschen in der Region zukommen".

Dass das Beherbergungsverbot für einen Ort wie Rust, der von Tourismus lebe, von immenser Bedeutung sei, hatte Klare zuvor mehrfach betont. Das Verbot schränke nicht nur die innerdeutsche Mobilität und Reisefreiheit für viele Menschen ein, es bedrohe auch die Existenz vieler Betriebe in der Tourismusbranche. Klare bezweifelt aber, dass das Verbot zielführend sei, um die Steigerungsrate an Infektionen auszubremsen und Infektionsketten spürbar zu stoppen.

Für den aktuellen Anstieg seien überwiegend private Feiern verantwortlich, wie das Beispiel einer Hochzeitsfeier in Lahr für die Region zeige.

Mutwillige Verstöße von Touristen sind nicht bekannt

"In Rust ist die Lage seit Monaten stabil, die Gemeinde ist kein signifikanter Hotspot für neue Infektionen", erklärte der Bürgermeister. Dass diese Feststellung nicht korrigiert werden müsse, dafür würden umfangreiche Hygienemaßnahmen in den Beherbergungsbetrieben sorgen. Nichtbeachtung dieser Hygieneanordnungen oder mutwillige Verstöße von Reisenden seien nicht bekannt.

Ein Beherbergungsverbot gilt für Reisende, die aus einem Landkreis kommen, der die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner überschritten hat. Ein solcher Kreis gilt als Risikogebiet. Hotels dürfen Gäste aus diesen Gebieten nicht beherbergen – außer es liegt ein negativer Corona-Test vor, der höchstens 48 Stunden alt ist.