SC Freiburg

SC-Keeper Schwolow über Europa: "Der Traum ist ausgeträumt"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 20. Juni 2020 um 17:23 Uhr

SC Freiburg

Im letzten Auswärtsspiel der Saison muss sich der SC Freiburg beim FC Bayern München mit 1:3 geschlagen geben. Lucas Höler trifft zwar, doch am Ende sind die Bayern überlegen.

Die Meisterschaft hatten die Bayern unter der Woche schon perfekt gemacht, der SC Freiburg hingegen eine aussichtsreiche Chance auf die Top-Plätze für Europa League in Wolfsburg nicht nutzen können. Dass bei den Bayern kein Meisterschaftskater herrschte, war früh im Spiel klar: Bereits in der 16. Minute brachte Joshua Kimmich die Bayern auf die Siegstraße. Trotz mehrerer Nachwuchsspieler im Kader zeigten die Bayern ihr gewohnt dominantes Spiel – Nadelstiche der Freiburger waren nicht zielführend genug.

Lewandowski mit dem Doppelpack

Robert Lewandowski erzielte in der 24. Minute seinen 32. Saisontor zum 2:0. Die Freiburger schafften es in Durchgang eins aber noch, den Anschlusstreffer zu erzielen: Lucas Höler konnte in der 33. Minute seinen dritten Treffer gegen den Rekordmeister bejubeln. Lange währte die Hoffnung aber nicht: Nur vier Minuten später stellte Lewandowski den alten Abstand her (37.). Lewandowski ist damit der erfolgreichste ausländische Torschütze in einer Saison. "Das ist ein Spieler von Weltklasse-Format", sagte SC-Torhüter Schwolow nach der Partie bei "Sky" über den polnischen Goalgetter, der in 15 Begegnungen mit dem SC Freiburg 16 Tore erzielen konnte.

Eine "enorme Qualität" konstatierte SC-Kapitän Christian Günter dem FC Bayern nach Abpfiff am Mikro von "Sky". Der Sportclub habe gehofft, dass die Bayern im Spiel "einen Schritt weniger machen" würden – ein Umstand, der nicht eingetreten ist. "Wir hatten unsere Chancen in der ersten Halbzeit, haben es zwei, drei mal nicht gut genug zu Ende gespielt – sie waren eiskalt", so Günter, der gegen die Bayern sein 200. Bundesligaspiel absolvierte. "Wir hätten es stellenweise in der ersten Hälfte schon besser verteidigen können", sagte SC-Keeper Alexander Schwolow nach dem Abpfiff beim TV-Sender.

"Ich glaube, wir haben den Leuten auch Freude bereitet – das ist auch das, was zählt." SC-Keeper Alexander Schwolow

In der zweiten Hälfte zeigten die Freiburger ein etwas verändertes Gesicht: Die Spieler von Christian Streich waren nun besser in der Partie, waren giftiger in den Zweikämpfen und profitierten auch davon, dass die Bayern einen Gang zurückschalteten. Zählbares wollte hierbei aber nicht entstehen: Aussichtsreiche Chancen wurden nicht genutzt, oftmals war ein Fuß der Bayern noch dazwischen – die Hausherren zeigten in den entscheidenden Momenten ihr abgezocktes Gesicht. Positive Akzente konnten Changhoon Kwon und Luca Waldschmidt setzen – für einen Treffer sollte es für beide aber nicht reichen. Auch in der Schlussminute, als Kwon alleine auf Bayern-Keeper Ulreich zulief, klappte es nicht mit dem Treffer.

Nächste Woche der Saisonabschluss gegen Schalke

Im letzten Saisonspiel erwarten die Freiburger am kommenden Samstag den FC Schalke 04. Die Königsblauen gingen derweil nach einer desolaten Leistung gegen Wolfsburg mit 1:4 unter. Auf das Schalke-Spiel angesprochen, sagte Christian Günter: "Jetzt sind so langsam die Kräfte auch wirklich am Ende. Wir müssen uns noch eine Woche zusammenreißen, eine Woche arbeiten – dann haben wir den Urlaub auch verdient." Teamkollege Schwolow wurde auf die Möglichkeiten angesprochen, die sich dem Sportclub in der kommenden Spielzeit bieten könnten. "Es ist etwas am Entstehen", sagte Schwolow und hob die Beliebtheit des Vereins in der Region hervor. "Wir haben jetzt eine sehr sehr gute Mannschaft, uns vor allem in der Breite verstärkt. Deswegen können wir hoffen, dass die Mannschaft so zusammen bleibt – dann haben wir nächstes Jahr schon eine gute Mannschaft zusammen."

Und Europa? Weil die direkte Konkurrenz aus Hoffenheim und Wolfsburg gewinnen konnte, sind sowohl Platz sechs als auch Rang sieben für den Sportclub nicht mehr erreichbar. Für Alexander Schwolow eine Enttäuschung. "Als Spieler will man immer das Höchstmögliche erreichen.Wir sind schon sehr enttäuscht heute, dass es nicht gereicht hat", sagte Schwolow. "Die Konkurrenz hat heute leider gewonnen, deswegen ist es vorbei – der Traum ist ausgeträumt." Doch Schwolow hob auch hervor, dass das Team stolz auf die Leistung sein könne, auch deshalb, weil schwierige Situationen dabei gewesen seien. "Ich glaube, wir haben den Leuten auch Freude bereitet – das ist auch das, was zählt."
Statistik zum Spiel:
Bayern München: Ulreich - Pavard, Boateng, Javi Martinez (84. Richards), Lucas Hernández - Kimmich, Goretzka - Cuisance (64. Zirkzee), Müller (88. Musiala), Singh (64. Coman) - Lewandowski
SC Freiburg: Schwolow - Schmid, Lienhart, Heintz, Günter (87. Abrashi) - Sallai (46. Kwon), Keitel (64. Frantz), Höfler, Grifo (75. Itter) - Petersen, Höler (64. L. Waldschmidt)

Schiedsrichter: Sören Storks (Velen). Tore: 1:0 Kimmich (15.), 2:0 Lewandowski (24.), 2:1 Höler (33.), 3:1 Lewandowski (37.)


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