Ansteckend für Hunde

Kranke Füchse suchen in Schallstadt und Mengen Wärme und Futter

Michael Maier

Von Michael Maier

Mo, 15. April 2019 um 19:39 Uhr

Schallstadt

In den vergangenen Monaten sind immer wieder Füchse im Ortsgebiet von Schallstadt und Mengen gesichtet worden. Einige Einwohner fragen sich: Warum suchen diese Tiere Wohngebiete auf?

"Die Füchse kommen, weil sie frieren und Wärme suchen. Kalt ist ihnen, weil sie sich aufgrund der Krankheit Räude ihr Fell auskratzen", erklärt Bodo Gimbel, Jagdpächter in Mengen. Viele Füchse in der Schallstadt-Mengener-Jagdpacht haben ihm zufolge diese Milbenerkrankung. Festgestellt hätten die Jäger das bei der Jagd im vergangenen Jahr; bei Tieren, die Verkehrsopfer wurden und durch Berichte von Einwohnern. "Etwa die Hälfte der Füchse ist von der Krankheit betroffen", sagt Gimbel.

Hunde und Katzen können sich anstecken

Es sei wichtig, dass die Räude eingedämmt wird. Die hochansteckende Krankheit könne alle Tiere mit Fell, also beispielsweise auch Hunde oder Katzen, befallen. Sie wird durch den Kontakt mit kranken Tieren oder deren Kot verbreitet. Wenn der Hund beim Gassigehen an der Leine geführt wird und auf den Wegen bleibt, sei das Ansteckungsrisiko gering. Im Falle einer Übertragung allerdings sei die Gefahr der Verschleppung der Krankheit groß.

Für den Menschen besteht keine Gefahr durch die Räude. Dem Fachbereich für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landratamtes Breisgau-Hochschwarzwald ist nichts über infizierte Hunde in Schallstadt bekannt. Allerdings bestehe auch keine Meldepflicht. Laut Gimbel ist die Behandlung von Hunden, die von Räude befallen sind, sehr teuer.

Hinweisschilder sollen Hundeführer sensibilisieren

Gimbel hat an viel frequentierten Wegen Hinweisschilder für Hundeführer zum Räude-Befall von Füchsen aufgestellt. Gesunde Tiere kämen normalerweise nicht in Wohngebiete und hätten eine natürliche Scheu vor Menschen. Beides treffe auf kranke Tiere nicht zu. Sie kommen eben doch in Siedlungsgebiete. "Ein gesunder Fuchs holt, wenn überhaupt, mal ein Huhn oder ein Kaninchen in einer Ortschaft", sagt Gimbel. Offene Nahrungsquellen wie Hunde- oder Katzenfutter sowie Kompost interessieren gesunde Füchse nicht. Die kranken Tiere hingegen nähmen diese Nahrungsquellen an, weil sie zu schwach seien zum Jagen.

"Seit einem Jahr hat sich die Situation mit der Räude verschlechtert", sagt Gimbel. "Als Jagdpächter muss man da reagieren." Aus diesem Grund wurden schon Hinweise im Mitteilungsblatt der Gemeinde Schallstadt veröffentlicht. "Mit anderen Krankheiten gibt es in Schallstadt kaum Probleme", so Gimbel. Zwar gebe es auch zum Teil Fuchsbandwurm, der für den Mensch gefährlich werden kann, aber wenn man nicht direkt mit einem infizierten Tier zu tun hat, bestehe keine Gefahr.

Wichtig ist es laut Gimbel, Gemeinde oder Polizei über infizierte Tiere zu informieren. Die Verantwortlichen würden sich dann mit den jeweiligen Jagdpächtern in Verbindung setzen. Melden soll man die Füchse, wenn diese sichtbar krank sind oder ein unnatürliches Verhalten an den Tag legen. Gimbel hofft, dass die Hinweistafeln Hundeführer für dieses Thema sensibilisieren.
Die Räude

Die Milbenerkrankung ist für Tiere hochansteckend und geht mit starkem Juckreiz einher. Durch das Kratzen verlieren die Tiere Teile ihres Felles. Übertragen wird die Räude bei Kontakt mit befallenen Tieren, mit deren Kot oder durch Orte, an denen sich kranke Tiere aufgehalten haben. Menschen sind für die Räude von Füchsen und Hunden nicht empfänglich. Jedoch kann es bei Berührung mit einem befallenen Tier zu einer sogenannten Pseudokrätze kommen. Diagnostiziert wird die Räude von Tierärzten, behandelt wird sie medikamentös.

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