Schnelles Internet für den Hochschwarzwald rückt näher

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 20. Mai 2020

Titisee-Neustadt

Innenminister Strobl übergibt Breitbandförderbescheide in Höhe von 69 Millionen Euro an Zweckverband / Höchste Förderungen für Titisee-Neustadt und Lenzkirch.

HOCHSCHWARZWALD (BZ). "Beim Ausbau unserer digitalen Infrastruktur erreichen wir die Spitze – den Feldberg. Mit 68,9 Millionen Euro für 23 Breitband-Projekte des Zweckverbands Breitband Breisgau-Hochschwarzwald bringen wir das schnelle Internet in die Schwarzwaldtäler und auch auf den Gipfel unseres Landes" – so wird Innenminister Thomas Strobl, der auch für Digitalisierung zuständig ist, in einer Pressemitteilung des Ministeriums zur Übergabe der Breitbandförderbescheide an den Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald zitiert. Der Zweckverband bekommt damit den höchsten Betrag, den ein einzelner Antragsteller jemals in einer einzigen Förderrunde erhalten hat, heißt es in der Mitteilung. Insgesamt profitieren zehn Städte und Gemeinden von der bewilligten Fördersumme. Die höchsten Einzelförderungen durch das Land entfallen auf Titisee-Neustadt mit 14,1 Millionen Euro und Lenzkirch mit 11,9 Millionen Euro. Weiter werden Projekte in Eisenbach, Feldberg, Friedenweiler, Hinterzarten, Bollschweil, Oberried, St. Märgen und St. Peter jeweils in einstelliger Millionenhöhe gefördert.

Der Kreis nutzt die Kofinanzierung zur Bundesförderung, wodurch 90 Prozent der Ausbaukosten gefördert werden. 50 Prozent übernimmt der Bund, das Land Baden-Württemberg legt noch einmal 40 Prozent obendrauf. Insgesamt werden so 182 Millionen Euro (Bundes- und Landesmittel, sowie der kommunale Eigenanteil von zehn Prozent) in den Breitbandausbau investiert und damit große Gebiete im Hochschwarzwald mit schnellem Internet versorgt.

Vodafone wird Netzbetreiber im Fördergebiet

"Am Feldberg werden die höchstgelegenen Breitbandanschlüsse in Baden-Württemberg realisiert. So werden die dortige Wetterstation, die Jugendherberge und andere Hütten am Berg sowie die Wintersportbetriebe mit schnellem Internet versorgt. Das ist unter anderem wichtig für den Tourismus in dieser Region. Wenn die Kabel verlegt und die Anschlüsse gesetzt sind, werden alle Schulen in den höchstgelegenen Gebieten des Landes an das Breitbandnetz angeschlossen sein – ebenso wie 1500 Schwarzwaldhöfe", so Strobl. Gerade in der Corona-Zeit zeige sich, wie wichtig es sei, auch in ländlichen Gebieten Möglichkeiten für Homeoffice zu schaffen. Ebenfalls gestärkt würden damit landwirtschaftliche Direktvermarkter in den Gemeinden, die ihre Waren vermehrt im Internet anbieten. Dass die Verlegung durch die topographischen und geologischen Gegebenheiten in den Hochlagen des Schwarzwalds teurer sei als im flachen Land sei im Förderprogramm berücksichtigt worden.

Netzbetreiber im Fördergebiet wird laut Mitteilung aus dem Innenministerium die Vodafone GmbH sein. "Ich freue mich, dass sich zum ersten Mal ein Global-Player in diesem Umfang als Betreiber der Netze engagiert. Nur gemeinsam mit den privaten Telekommunikationsunternehmen können wir den flächendeckenden Ausbau mit gigabitfähigen Breitbandnetzen realisieren", so Strobl. "Mit der Erschließung unseres höchsten Berges sind wir zwar noch nicht am Ziel unseres Digitalisierungsweges angekommen, haben aber buchstäblich einen weiteren Gipfel erklommen", fügte Strobl hinzu.