Schulsanierung mit Platten aus Holzweichfasern

Dorothea Scherle

Von Dorothea Scherle

Sa, 21. November 2020

Gutach im Breisgau

Erläuterungen im Gemeinderat.

Die Sanierung der Grund- und Hauptschule schreitet voran. Darüber berichtete der technische Beauftragte Markus Adam dem Gemeinderat. Im einzelnen sei der Blitzschutz erneuert und eine Lüftung in die Küche eingebaut worden. Adam ging auch auf die Gründe ein, warum bei der Sanierung Holzweichfaserplatten zur Dämmung verwendet würden. Dabei gehe es um die gute Dämmfähigkeit, aber eben auch um den Lebenszyklus des Materials und ergo um Nachhaltigkeit. Statt dereinst Polystyrol teuer zu entsorgen, werde in der Schule völlig unbedenkliches Holz verbaut. Adam hatte Sven Landmann von der Firma Gutex in die Ratssitzung eingeladen. Er sollte den Räten die Vorteile von Holzfaserdämmstoffen erklären.

Die Firma Gutex Holzfaserplattenwerk, ein Familienbetrieb in vierter Generation mit 200 Mitarbeitenden, sitzt seit 1920 in Waldshut-Tiengen und stellt schon seit 1932 Holzweichfaserplatten her. 2019, so Landmann, habe sie 700 000 Kubikmeter Holzfaser verarbeitet. Das Rohmaterial, die Hackschnitzel, komme in einem Umkreis von 60 bis 80 Kilometern aus dem Schwarzwald. Dabei handele es sich um Reste aus den Sägewerken. Gutex stellt Dämmplatten für Fassaden wie für das Dach her. Um die Umwelt zu schonen, produziert die Firma 50 Prozent des Stroms selbst.

Wie Landmann erläuterte, gebe es zwei Herstellungsverfahren, das Nass- und das Trockenverfahren, wobei im Trockenverfahren deutlich dickere Platten hergestellt werden könnten. Ausführlich erklärte er die Vorteile von Holz im Vergleich zur Mineralwolle, die häufig zur Dämmung verwendet werde. Holz könne bis zu 20 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen, Mineralwolle maximal ein Prozent. Damit regulierten die diffusionsoffenen Holzfaserplatten die Feuchtigkeit weitaus besser. Holz besitze die höchste Wärmespeicherkapazität. Die aufgenommene Wärme werde nur geringfügig in die Innenräume abgegeben, so dass es innen auch bei großer Hitze angenehm kühl bleibe. Das "gutmütige Brandverhalten" und die sehr langsame Abbrandgeschwindigkeit der Holzfaser demonstrierte Landmann anhand eines Films. In einem normalen Gebäude brauche es nicht einmal Brandriegel, es gebe kein brennendes Abtropfen und fast keine Rauchentwicklung. "Es ist wichtig, nachfolgenden Generationen keinen Sondermüll zu hinterlassen", resümierte Bürgermeister Urban Singler.