Pandemie

Schuttertals Bürgermeister appelliert an die Eltern: "Lassen Sie Ihre Kinder testen"

Beate Zehnle-Lehmann

Von Beate Zehnle-Lehmann

Fr, 16. April 2021 um 12:55 Uhr

Schuttertal

Schuttertals Rathauschef Matthias Litterst hat die Gemeinderatssitzung genutzt, um angesichts der Pandemie den Menschen Mut zu machen, aber auch Punkte kritisch anzusprechen.

Schuttertals Bürgermeister Matthias Litterst appellierte in einer persönlichen Rede am Dienstag in der Gemeinderatssitzung an die Eltern, ihre Kinder testen zu lassen. Er kritisierte auch den rauer werdenden Ton zwischen Befürwortern und Gegner der Corona-Maßnahmen und mahnte, sich nicht von Fundamentalisten instrumentalisieren zu lassen. Die Krise solle die Menschen nicht trennen, sondern enger zusammenbringen.

Der Rathauschef wandte sich in seine Rede insbesondere an die Familien. "Ich selbst bin Vater dreier Kinder. Und ich weiß auch, welche Last Eltern und Großeltern und ebenso Kinder und Enkel zu stemmen haben." Mit Fortschreiten der Pandemie seien viele Eltern in großer Sorge um die Zukunft ihrer Kinder, unter anderem wegen langen und wiederkehrenden Schließungen von Schulen und Kindergärten. "Neben den priorisierten Impfungen des Lehr- und Kitapersonals ist regelmäßiges und möglichst engmaschiges Testen des Personals und der Kinder der Schlüssel, um einen dauerhaften Betrieb zu gewährleisten", betonte Litterst ausdrücklich.

"Lassen Sie Ihre Kinder testen, sprechen Sie mit ihnen, erklären Sie ihnen den Test und nehmen Sie ihnen die Angst."

Im Hinblick auf die Selbsttests an den Schulen für die Kinder sagte der Bürgermeister: "Ich weiß, dass sich manche Eltern schwer tun mit einer Testung der Kinder. Ich habe Verständnis dafür, dass es manchen Kindern schwerfällt oder sie Angst davor haben." An die Eltern appellierte er aber: "Lassen Sie Ihre Kinder testen, sprechen Sie mit ihnen, erklären Sie ihnen den Test und nehmen Sie ihnen die Angst."



Matthias Litterst ging auch auf den rauer werdenden Ton ein, die 13 Monate währende Pandemie zehre am Nervenkostüm der Menschen. Wie sich das in Worten ausdrückt, verdeutlichte er an mehreren Beispielen: "Covidioten und System-Treue, Impfgegner und Impfbefürworter, Maskenverweigerer und willfährige Maulkorbträger." Litterst zog daraus den Schluss: "Wir entfernen uns nicht nur räumlich voneinander, sondern auch emotional."

"Überlassen wir das Feld nicht den Hetzern und Spaltern."

Deshalb wolle er zum Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt aufrufen. "Überlassen wir das Feld nicht den Hetzern und Spaltern. Treten wir ein für Anstand, gegenseitigen Respekt und Toleranz." Er mahnte darüber hinaus, sich in der Corona-Krise nicht von Fundamentalisten instrumentalisieren zu lassen.

Abschließend bat Matthias Litterst die Bürgerinnen und Bürger, die Corona-Maßnahmen ernst zu nehmen, um "Schulter an Schulter und gemeinsam für die Zukunft unserer Gemeinde gesund durch die Pandemie zu kommen".