Schwierige Namensfindung für vielfältiges Gebiet

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Di, 12. Mai 2020

Gottenheim

Gottenheimer Rat beschließt neuen Bebauungsplan.

GOTTENHEIM. Gottenheim treibt seine Innenentwicklung voran. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat einstimmig den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für das Areal an der Bahnhofachse und beim bisherigen Kindergarten gefasst und das Büro FSP aus Freiburg mit der Planung beauftragt. Über den Namen des Plans wurde heftig debattiert.

Die Bebauung der Freiflächen an der Bahn zwischen Bahnhof und Bötzinger Straße sowie des Areals am bisherigen Kindergarten in der Kaiserstuhlstraße soll Raum für günstige Mietwohnungen sowie für Senioren, eine Arztpraxis und Kinderbetreuungsangebote schaffen. Das sei alles relativ aufwändig, daher "ist mir die öffentliche Beteiligung wichtig, es soll ein transparentes Verfahren werden", betonte Bürgermeister Christian Riesterer. Bisher habe die Gemeinde gute Erfahrungen mit FSP gemacht, daher empfehle er, den Auftrag für den Bebauungsplan an das Büro zu vergeben. Die geschätzten Kosten liegen bei gut 32 000 Euro.

Mit dem neuen Bebauungsplan solle die vom Ratsgremium bereits beschlossene Konzeptvergabe an den Bauverein und die Pfarrpfründe-Stiftung auch planerisch umgesetzt werden, erklärte Stadtplanerin Stefanie Burg. In das vorgesehene Plangebiet habe man nun auch einige benachbarte Grundstücke wie den neu gebauten Kindergarten und das Areal des Feuerwehrhauses, dessen Erweiterung anstehe, mit hineingenommen. Das solle zeigen, betonte die Planerin, dass die Gebiete zusammengehören und Bedenken der Anwohner ernst genommen werden. Hierfür soll ein neues planerisches Element Verwendung finden, ein so genanntes urbanes Gebiet, das sich durch eine Mischung der Nutzungen auszeichne.

Ebenfalls im zu überplanenden Gebiet enthalten sind die Schulstraße und ein Teil der Kaiserstuhlstraße sowie die Grünfläche vor der Schule, die zumindest in den Überlegungen den Verkehrsflächen zugeschlagen werden soll. Damit hat das Gebiet eine Größe von etwa 1,67 Hektar. Über dessen Namen wurde später intensiv diskutiert, insbesondere, womit der Begriff Bahnhofachse ergänzt werden soll, stand zur Debatte. Letztlich fand Riesterers Vorschlag, den Bebauungsplan "Bahnhofsachse/Generationenwohnen" zu benennen, eine Mehrheit.

Ob man in dem Zuge nicht auch das Schulgelände mit ins Plangebiet nehmen solle, fragte Kurt Hartenbach (FWG), und Anton Schlatter (LUST) meinte gar, wegen der für das ganze Unterdorf wichtigen Fragen wie Lärmschutz und Verkehrsentwicklung solle man doch das zu überplanende Gebiet generell viel größer fassen.

Das mit der Schule sei intensiv geprüft worden, sagte Bürgermeister Riesterer, doch das ausgewiesene Sondergebiet als Gemeinbedarfsfläche mit seinem großen Baufenster sei für die Schule genau richtig. Dass ein größer gefasster Bebauungsplan auch mehr Geld koste, aufwändiger sei und womöglich auch viel mehr Zeit brauche, gab Stefanie Burg zu bedenken.

Fachgutachten müssen eingeholt werden

Schon jetzt seien trotz des beschleunigten Verfahrens, das laut Landesbauordnung bei einer Innenentwicklung möglich sei, einige Fachgutachten einzuholen. Unter anderem zu Fragen des Umwelt- und Artenschutzes, Verkehr und Lärm sowie der technischen Ver- und Entsorgung. Zudem wolle man trotz des beschleunigten Verfahrens auf die vielen Betroffenheiten in der Ortsmitte Rücksicht nehmen und die eigentlich nicht notwendige frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit freiwillig vornehmen.

Zudem gebe das zweistufige Verfahren mehr Möglichkeiten zum Nachbessern, sagte die Planerin; positiv bleibe aber, dass der Flächennutzungsplan nur korrigiert werden müsse. Das Verfahren dauere mindestens ein Jahr.