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Seinen Telefonvertrag fristgerecht zu kündigen, ist völlig ausreichend

Oliver Buttler

Von Oliver Buttler

So, 25. Oktober 2020 um 11:34 Uhr

Wirtschaft

Herr K. kündigt fristgerecht seinen Telefonvertrag bei Debitel Mobilcom. Statt eine Kündigungsbestätigung zu senden, fordert der Anbieter K. zu einem Rückruf auf. Ist die Kündigung trotzdem wirksam?

In der Beratung der Verbraucherzentrale erfährt K., dass er nichts weiter unternehmen muss und seine Kündigung wirksam ist. So weit, so gut. Das Gebaren des Anbieters aber bleibt ein Ärgernis.

Schließlich hatte K. in seiner Kündigung extra darauf hingewiesen, dass er weder angerufen noch per Mail kontaktiert werden wolle. Eine Kontaktaufnahme zur weiteren Vertragsabwicklung sei nur postalisch erwünscht. Debitel Mobilcom setzte sich nicht nur darüber hinweg. Mit der Bitte um Rückruf zur Klärung noch ausstehender Fragen verhielt sich der Anbieter nach Auffassung der Verbraucherzentrale gesetzeswidrig: Die Wirksamkeit einer Kündigung darf nicht abhängig gemacht werden von angeblich zu klärenden Fragen.

Weil das Unternehmen keine Unterlassungserklärung abgeben wollte, landete der Fall vor Gericht. Dann erst zeigte der Anbieter Einsicht und erkannte den Anspruch der Verbraucherzentrale an: Debitel Mobilcom muss es künftig unterlassen, Kunden nach einer wirksamen Kündigung statt einer Bestätigung eine Rückrufbitte zuzusenden. Verbraucher können so nicht mehr über die Wirksamkeit einer Kündigung hinweggetäuscht werden.

Oliver Buttler
ist Abteilungsleiter Telekommunikation, Internet und Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Internet: http://www.vz-bawue.de Mail: info@vz-bawue.de, Tel. 0711 / 669110