Premiere

Seiner Wirkung beraubt – Jelineks "Wut" am Theater Freiburg

Jürgen Reuß

Von Jürgen Reuß

So, 20. Oktober 2019 um 19:44 Uhr

Theater

BZ-Plus Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer hat für seine Inszenierung von "Wut" am Theater Freiburg Elfriede Jelineks Textkonvolut gründlich sortiert. Das aber nimmt dem Stück die Wirkung.

Wut ist ein schlechter Ratgeber, sagt das Sprichwort. "Wut ist etwas, das einen überschwemmt, und gegen das man sich nicht wehren kann, eigentlich unproduktiv", präzisiert Elfriede Jelinek. Doch die Anschläge auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt machten sie so wütend, dass sie selbst diesen "diffuse Raketenantrieb" in sich spürte. Er versorgte sie mit der nötigen Schubkraft, ein eigenes Stück über diesen Affekt zu schreiben. Es gibt also auch produktive Kanäle für Wut.

Aber ist Wut auch eine gute Dramaturgin oder ein guter Regisseur? Hermann Schmidt-Rahmer scheint da leichte Zweifel gehabt zu haben. So geht es in seiner Freiburger Inszenierung weniger um den Affekt selbst als darum, ihn zu moderieren und zu inszenieren. Wut kommt nur gefiltert vor. Hört man aus den Bühnentiefen also einen ...

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