Judentum

Shabbat Shalom – Jüdischer Alltag in Deutschland

Nina Witwicki

Von Nina Witwicki

Sa, 25. Juli 2020 um 11:56 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Am siebten Tag der Woche macht für gläubige Juden der Alltag Pause. In der Synagoge in Lörrach wird dann unter Sicherheitsvorkehrungen gebetet – ein beklemmendes Bild.

Eine Geschichte über den jüdischen Alltag zu schreiben, ist nicht ganz einfach – bedarf Überzeugungsarbeit beim Rabbiner. Nicht etwa aus Argwohn, aber dennoch aus der Angst heraus, falsch dargestellt zu werden oder erneut einen Artikel zu lesen, in dem das Judentum missverstanden wird. Der Schutz seiner Gemeinde und deren Mitglieder hat für Moshe Flomenmann, den Landesrabbiner von Baden und Rabbiner in Lörrach, oberste Priorität. Denn die Anzahl antisemitisch motivierter Straftaten steigt in Baden-Württemberg seit 2016 kontinuierlich. "Jude" wird als Schimpfwort auf Schulhöfen verwendet. Kippa zu tragen, birgt Gefahren. Verschwörungstheoretiker sehen eine jüdische Weltverschwörung.
Wenn der Rabbiner dann aber erfährt, dass man sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem europäischen und deutschen Judentum auseinandergesetzt hat, erhält man vorsichtiges Vertrauen und eine Einladung zum Schabbat. Denn es geht darum, die Normalität des jüdischen Lebens in Deutschland zu zeigen. Ein Verständnis für das Judentum zu schaffen. Fernab von Antisemitismus, Shoah-Gedenktagen und dem Eingehen auf israelische Siedlungspolitik. Was ist ein Schabbat und wie normal kann er in Deutschland sein?
Wer Einblick bekommt, wird herzlich begrüßt
Wer Einblick bekommt, wird herzlich begrüßt. Es ist kurz vor neun Uhr an einem Freitagmorgen. Die Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach steht seit 2008 in der Innenstadt. Sie ist ein architektonisch auffälliges, würfelförmiges Gebäude. Ihre Fronten sind aus Beton und gelbem Glas, verziert mit jeweils neun Davidsternen, einem Symbol des Judentums.
Towa Flomenmann öffnet die Türe. Die Frau des Rabbiners ist freundlich und wirkt doch zurückhaltend, sie hat braunes Haar, braune Augen und weiche Gesichtszüge. Sie reicht der Besucherin eine Kochschürze, zeigt erst Fleisch-, dann Milchküche.
Beide sehen aus wie Industrieküchen en miniature, alles ist aus Edelstahl, die Kühlschränke sind riesengroß. Im Judentum, erklärt Towa, werden Fleisch- und Milchprodukte nicht miteinander kombiniert, weder beim Kochen noch beim Essen. Zuhause haben traditionell lebende Juden daher Besteck, Geschirr und auch Küchenutensilien in zweierlei Ausführungen. Bestimmte Nahrungsmittel wie etwa Meeresfrüchte sind verboten.
Die Frau des Rabbiners kocht an Feiertagen für um die 35 Menschen
In ihrer Gemeinde ist Towa ...

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