Im Visier

Sharo Garips Kampf für Frieden und Freiheit in der Türkei

Cigdem Akyol

Von Cigdem Akyol

Mo, 12. Februar 2018 um 11:17 Uhr

Ausland

BZ-Plus Sharo Garip hat sich in der Türkei für Frieden und Freiheit eingesetzt, das hat ihn verdächtig gemacht. Denn er ist Wissenschaftler, und er ist Kurde.

Die Freiheit, sie ist noch ungewohnt. "Ich bin zwar körperlich hier, doch seelisch bin ich immer noch gefangen", sagt Sharo Garip. Der deutsche Sozialwissenschaftler spaziert durch die kleine Schweizer Stadt Neuchâtel, er besucht eine Freundin. Es ist eine malerische Landschaft hier, mit Bergen und einem See, doch der 52-Jährige ist noch inmitten eines Überlebenskampfes. "Ich bin ein Opfer. Erst wurde ich verfolgt, weil ich Kurde bin, und dann, weil ich Deutscher bin", sagt er und schlendert weiter durch das idyllische Städtchen, für dessen Schönheit er gerade wenig übrig hat. Heute ist sein Geburtstag, doch feiern kann er nicht. Die Freiheit fühlt sich noch irreal an. Denn freigesprochen, das wurde er noch nicht.

Rückblick: Mitte Dezember in Istanbul, an einem Sonntag, da steckt der Wissenschaftler mit der eckigen Brille und den Dreadlocks noch in der Türkei fest. "Ich bin erschöpft von der Jagd", sagt er in einem Café in der Millionenmetropole. Seit rund zwei Jahren schon darf er aus der Türkei nicht mehr ausreisen, und in zwei Tagen muss er erstmals vor Gericht. Es könnte sein, dass Garip am Dienstag für sieben Jahre ins Gefängnis muss. So hoch ist die Strafe, welche die Staatsanwaltschaft für seine Unterschrift fordert.

In seiner Tasche, die er fest an sich hält, hat er seine Verteidigungsrede. Es gebe keine Beweise, ...

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