Nominierungen

Siegeszug der Autorinnen bei der Shortlist für den Leipziger Buchpreis

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Von dpa & Bettina Schulte

Di, 13. April 2021 um 18:50 Uhr

Literatur & Vorträge

Das hat es noch nie gegeben: Auf der Shortlist für den Leipziger Buchpreis in der Kategorie Belletristik stehen vier Autorinnen – und ein Autor.

Klar, darauf blickt man heute: Vier Autorinnen und nur ein Autor haben es auf dei Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik gebracht. Das gab es, wie die Messe am Dienstag mitteilte, in der Geschichte des seit 2005 verliehenen Preises noch nie. Dass Judith Hermanns Roman "Daheim" und Helga Schuberts autobiografischer Erzählungsband "Vom Aufstehen: Ein Leben in Geschichten" – mit dem die 1940 in Berlin geborene Psychologin im vergangenen Jahr als älteste aller je angetretener Teilnehmer den Bachmann-Preis gewann – dabei sind, ist weniger überraschend. Aber Iris Hanikas intellektuellen Roman "Echos Kammern" und den jüngsten Gedichtband der 96-jährigen Friederike Mayröcker hätte man kaum auf der Liste erwartet. Über jeden Zweifel erhaben ist die Nominierung von Christian Krachts Roman "Eurotrash".

In der Sachbuch-Rubrik nominierte die Jury Christoph Möller ("Freiheitsgrade"), Heike Behrend ("Menschwerdung eines Affen"), Dan Diner ("Ein anderer Krieg"), Michael Hagner ("Foucaults Pendel und wir") und Uta Ruge ("Bauern, Land").Die Bücher des Verfassungsrechtlers Möller und der Ethnologin Heike Behrend stehen ebenfalls bereits auf der Nominierungsliste für den in diesem Jahr erstmals vergebenen Deutschen Sachbuchpreis. Dass die Auszeichnungen im Abstand von nur einem Monat vergeben werden, könnte ihnen zu ihrem Schaden gegenseitig Konkurrenz machen. Der am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehene Deutsche Buchpreis hat immerhin einen auch saisonalen Abstand von normalerweise sechs Monaten zur Leipziger Buchmesse.

Der Leipziger Buchpreis – das ist sein Besonderheit – wird in drei Kategorien verliehen. In der Kategorie "Übersetzungen" wurden Übersetzungen von John Dos Passos’ "USA-Trilogie", Louis-Karl Picard-Siouis kanadischem Roman "Der große Absturz", Miklos Szentkuthys "Apropos Casanova", Rosmarie Waldrops Roman "Pippins Tochters Taschentuch" und Tarjei Vesaas’ norwegischem Roman "Die Vögel"ausgewählt.

Nach der erneuten Absage der Leipziger Buchmesse ist zur Preisverleihung immerhin ein Festaktakt am 28. Mai in der Kongresshalle Leipzig geplant. Ob Zuschauer dabei sein können oder es nur ein Live-Stream wird, ist laut Messe noch offen.