Wege freihalten

So sollen Lkw bei Schnee nicht mehr den Verkehr am Feldberg behindern

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Di, 19. Februar 2019 um 11:54 Uhr

Todtnau

In diesem Winter haben liegengebliebene Lastwagen am Feldberg den Verkehr zeitweise lahmgelegt. Behörden wollen Lkw bei starkem Schneefall nun rechtzeitig von der Strecke bei Todtnau fernhalten.

Behörden suchen nach Wegen, damit Lastwagen auf der B 317 bei Todtnau nicht mehr den Verkehr behindern. Zudem gibt es Kritik an Falschparkern.

Mindestens acht Lkw hatten sich festgefahren

"Das ist ein untragbarer Zustand geworden", sagte Stadtrat Franz Wagner unlängst im Todtnauer Gemeinderat zu dem Verkehrschaos am 28. Januar. Damals sperrte die Polizei die B 317 zwischen Brandenberg und Bärental in beide Richtungen für Fahrzeuge ohne Schneeketten. Mindestens acht Lkw hatten sich festgefahren, die Straße war nicht mehr passierbar.

"Die Polizei schreitet dann ein, wenn der Verkehr bereits steht." Franz Wagner
Mehrere Lastwagenfahrer mussten die Nacht bei eisigen Temperaturen auf einem Supermarktparkplatz verbringen. Wagner: "Die Polizei schreitet dann ein, wenn der Verkehr bereits steht." Besser sei es aber, dass der Lkw-Verkehr rechtzeitig großräumig umgeleitet werde, noch bevor er die schneeglatte Strecke am Feldberg erreicht.

Bürgermeister Andreas Wießner berichtete, dass derzeit drei Landratsämter miteinander im Gespräch seien, und das Lkw-Thema sei Teil des Verkehrskonzepts Feldberg 2020, so Wießner. Konkret geht es um eine Aufstellfläche für Lastwagen, zum Beispiel bei Geschwend, oder eine dritte Spur zwischen Todtnau und Brandenberg. Dort könnte eine rote Ampel die Lastwagen stoppen, bevor sie mit steigenden Höhenmetern ins Schneegestöber geraten oder ihnen zumindest einen Platz fürs Aufziehen von Schneeketten geben. Denn der jetzige Platz ist laut Franz Wagner schlecht beleuchtet und zudem so hoch gelegen, dass ihn nicht jeder Fahrer bei schneebedeckter B 317 erreicht. Lkw könnten außerdem bereits auf der B 31 bei Kirchzarten sowie in Schopfheim (B 317/B 518) großräumig umgeleitet werden.

Gespräche im Regierungspräsidium

Gerhard Michler, Sprecher der Freien Wählervereinigung, erinnerte in diesem Zusammenhang an einen Unfall, bei dem ein junger Vater aus Häg-Ehrsberg zu Tode kam, als ein Lkw im Winter in seinen Transporter rutschte. "Da war der Aufschrei vor zwei Jahren groß, aber passiert ist so gut wir nichts", kritisierte Michler. Die Gespräche der drei Landesbeamten der Landratsämter Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut sollen am 26. Februar im Regierungspräsidium fortgeführt werden.

Wild parkende Autos abschleppen?

Ein anderes Ärgernis wurde ebenfalls angesprochen: Falschparker an schönen Wintersporttagen. Steffen Lehr (CDU) fragte, ob man in Todtnauberg so wie am Feldberg wild parkende Autos abschleppen könne, um Rettungsfahrzeugen die Durchfahrt zu gewährleisten. "Das ist am Skilift in Todtnauberg teilweise grenzwertig", so Lehr. Andreas Wießner erwiderte, dass dies in einer geschlossenen Ortschaft nicht Sache der Polizei sei, sondern des Todtnauer Ordnungsamts. Er ließ durchblicken, dass er nicht viel vom Abschleppen hält: Man solle sich ein Familie mit Kindern etwa aus Stuttgart vorstellen, die abends vom Ski fahren zurück kommt, und das Auto ist verschwunden. Auch Todtnaubergs Ortsvorsteher Heribert Wunderle hält Abschleppen für ein allerletztes Mittel bei Parkproblemen. Besser sei es, Ordner für einen Parkdienst abzustellen.

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