Entschädigungen unwahrscheinlich

Softwarepanne bei Flugsicherung dauert an – viele Flüge gestrichen

dpa, afp

Von dpa & afp

Mo, 25. März 2019 um 11:29 Uhr

Wirtschaft

Weniger Flüge im Südwesten, Ausfälle in Frankfurt: Die Deutsche Flugsicherung will in der Nacht auf Donnerstag versuchen, ein Update für die fehlerhafte Software zu installieren.

Die Software-Probleme bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) dauern an. Laut einer Mitteilung des Unternehmens vom Montagmorgen wird erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag versucht, eine alternative Software zu installieren. Bis auf weiteres dürfen im Luftraum über Südwestdeutschland nur 75 Prozent der sonst üblichen Flugbewegungen stattfinden.

Die Lufthansa hat wegen der andauernden Software-Probleme bei der Deutschen Flugsicherung noch mehr Flüge gestrichen. Am Montag mussten nun am größten deutschen Flughafen 46 Flüge mit zusammen 4500 betroffenen Passagieren abgesagt werden, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Zunächst hatte die Gesellschaft von 22 Absagen berichtet.

Nach wie vor sei die Sicherheit des Luftverkehrs nicht beeinflusst, versicherte die Flugsicherung.Die Probleme dauern bereits seit Mittwoch vergangener Woche an. Als Ursache wird ein Software-Update aus dem Februar vermutet. Allerdings läuft das Programm in den anderen DFS-Centern in München, Karlsruhe und Bremen fehlerfrei. Die betroffene Software stellt den Lotsen alle für den Flugverlauf wichtigen Daten jedes Fluges zur Verfügung. Das sind beispielsweise Flugzeugtyp, Flugstrecke und die erwartete Überflugzeit.

Entschädigungen sind unwahrscheinlich

Bei Flugausfällen infolge der Software-Probleme bei der Deutschen Flugsicherung können betroffene Passagiere in der Regel nicht auf Entschädigung hoffen. Ein solches Ereignis sei als außergewöhnlicher Umstand zu bewerten, erklärt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. So ein Umstand befreit die Airline meist von einer Zahlungspflicht. Die Fluggesellschaft könne keinen Einfluss darauf nehmen, wenn der Luftverkehr durch Probleme bei den Fluglotsen eingeschränkt werden muss.

Allerdings kommt es laut dem Experten immer auch darauf an, ob die Airline alles in ihrer Macht stehende getan hat, um die Folgen der Flugausfälle abzumildern. Hier sind die Details entscheidend. Die Beweislast liege bei der Fluggesellschaft, so Degott.

In jedem Fall muss die Airline eine kostenlose alternative Beförderung für die betroffenen Passagiere organisieren - zum Beispiel durch Umbuchung auf einen anderen Flug oder die Umwandlung des Flugtickets in eine Bahnfahrkarte.