Pfullendorf

Soldat soll Waffen gehortet haben – Haftbefehl

dpa

Von dpa

Mo, 01. März 2021 um 19:54 Uhr

Südwest

Waffen, Munition, Sprengstoff - und der Vorwurf rechtsextremer Äußerungen. Ermittler haben in Hessen einen Soldaten und zwei Verwandte festgenommen. Der 21-Jährige war in Pfullendorf stationiert.

Spezialkräfte der hessischen Polizei haben einen Bundeswehrsoldaten festgenommen und Waffen sowie Munition sichergestellt. Auch ein Verwandter des Mannes wurde festgenommen, ein dritter Tatverdächtiger stellte sich, wie das Landeskriminalamt Hessen und die Staatsanwaltschaft Hanau am Montag mitteilten. Den Männern aus Glashütten im Hochtaunuskreis werde zur Last gelegt, "illegal Waffen und Munition gehortet und sich in rechtsextremer Weise geäußert zu haben", hieß es in einer Pressemitteilung.

"Bei der Durchsuchung der Privat- und Diensträume wurden umfangreiche Beweismittel, darunter scharfe Schusswaffen, diverse Munition, Spreng- und Explosivstoff sowie Schriftstücke und Datenträger aufgefunden und sichergestellt", teilten die Behörden mit. Gegen alle drei Männer wurde Haftbefehl erlassen. Die Ermittlungen dauerten an, weitere Angaben könnten derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden.

Der 21-jährige Heeressoldat wurde am Sonntag nach einem Hinweis gestellt. Der freiwillig Wehrdienstleistende ist an einem Standort in Pfullendorf in Baden-Württemberg eingesetzt. Dort hat das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen seinen Sitz.

Festgenommen wurden demnach in Hessen auch sein Vater, freiwillig stellte sich sein Bruder. Die Behörden ermitteln wegen Verdachts der Volksverhetzung und Verstoßes gegen das Sprengstoff-, Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz.

Die Polizei stellte bei ihren Ermittlungen Kurz- und Langwaffen, Munition, eine Handgranate sowie Sprengmittel sicher. Dabei geht es nach ersten Erkenntnissen überwiegend um Material, das nicht aus Bundeswehrbeständen stammt. So handelt es sich bei der Handgranate wohl um ein Modell aus dem früheren Jugoslawien.

Zuletzt machte mehrfach das Kommando Spezialkräfte (KSK) im Zusammenhang mit Munitionsvorfällen Schlagzeilen. So war bei einem Kommandosoldaten aus Sachsen im Garten ein Waffenversteck mit Munition und Sprengstoff gefunden worden.