Verunsicherung

In Rheinfelden sorgt man sich vor einem früheren Aus der Klinik

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 23. Mai 2020 um 07:02 Uhr

Rheinfelden

Der Förderverein fürchtet Auswirkungen der Corona-Krise auf das Krankenhaus Rheinfelden. Könnte der Standort schon vor der geplanten Eröffnung des Zentralklinikums 2025 geschlossen werden?

Die Kreiskliniken sind mit ihren vier Standorten gut unterwegs, sagte Geschäftsführer Armin Müller am Mittwoch im Kreistag; er verwies zugleich aber auch darauf, dass kommunale Kliniken, die noch besser dastehen, durchweg nur noch einen Standort betreiben. An diesen Befund lassen sich aktuelle Befürchtungen des Fördervereins für das Kreiskrankenhaus Rheinfelden nahtlos andocken. Denn der zeigt sich in einer Stellungnahme seines Vorsitzenden Friedrich Hauß besorgt, dass der derzeitige Corona-Betrieb der Einstieg dazu sein könnte, den Klinikstandort schon vor der für 2025 anvisierten Eröffnung des Zentralklinikums weiter zu verkleinern oder eventuell gar vorzeitig aufzugeben.

Alle planbaren Operationen wurden verschoben

Die Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Gemeinden frage vermehrt, wie lange der Krankenhaus-Standort noch im reduzierten Corona-Modus bleibe, obwohl die Politik eine Normalisierung angekündigt habe und umliegende Einrichtungen den vollen Betrieb wieder aufgenommen hätten. Zu Beginn der Corona-Krise seien sicherlich Veränderungen nötig gewesen. Die Erfahrungen der Patienten in Rheinfelden seien aber "nicht positiv". Bis zum Wochenende seinen nach Informationen des Fördervereins alle planbaren orthopädischen Operationen abgesagt und ohne Aussicht auf Ersatztermine verschoben worden. Auch sei die Innere Abteilung nach Schopfheim ausgelagert worden und der Operationstrakt und die Intensivstation seien bis zuletzt leergestanden. Dies verunsichere die Bürger und stimuliere Sorgen.

Mitarbeitende an der Belastungsgrenze

Die Mitarbeitenden seien an ihrer Belastungsgrenzeangekommen, Zwölfstunden-Schichten und "nicht immer ganz freiwillige Versetzungen" erforderten eine "intensive Kommunikationskultur", mit der es aber offenbar Schwierigkeiten gebe, konstatiert der Verein und verweist in dem Zusammenhang auf den Artikel "Grummeln hinter der Heldenfassade". Dessen Tenor entspreche dem Bild, das sich die Vereinsmitglieder "durch viele Gespräche" gemacht hätten. Zudem wisse man, dass sich Oberbürgermeister Eberhardt bereits bei der Geschäftsführung danach erkundigt habe, wann und wie der Vollbetrieb wieder möglich sei und wie die Zukunft des Leistungsauftrages des Hauses aussehe. Angesichts der Entwicklung wachsen auf Seiten des Vereins offenbar die Zweifel, ob die Aussage noch Bestand hat, das Rheinfelder Krankenhaus mit einer vollumfänglichen Inneren, einer leistungsfähigen Orthopädie und einem ambulanten chirurgischen Angebot zu erhalten, bis das Zentralklinikum fertig gestellt ist.