Spaß ist das Wichtigste

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Sa, 23. Januar 2021

Lörrach

Virtueller Berufsinformationsabend funktioniert bestens.

. Corona legt zwar das halbe Leben lahm, doch es gibt eine Zeit danach. Daher ist es wichtig, sich als Schülerin oder Schüler mit beruflichen Perspektiven zu befassen. Der Berufsinformationsabend der Dualen Hochschule (DHBW), des Hebel-Gymnasiums und Rotary Clubs Lörrach war dazu eine gute Gelegenheit. Doch weil reale Begegnungen derzeit nicht möglich sind, fand er virtuell statt.

"Eltern stellen Berufe vor", lautet das Motto der Veranstaltung, bei der Schülerinnen und Schüler Hinweise, Tipps und Infos aus der Berufspraxis bekommen. Die Veranstalter machen damit seit Jahren gute Erfahrungen und wollten trotz Kontaktbeschränkungen nicht darauf verzichten. Daher wurde unter Federführung der DHBW-Professorin Heike Walterscheid eigens eine Internet-Plattform entwickelt, nebst einer App für Schüler.

Die Tradition werde jetzt eben im virtuellen Bereich fortgesetzt, und neben Fakten erhält man persönliche Einblicke in Berufe, sagte Theodor Sproll, Rektor der DHBW. Die Veranstaltung ermögliche direkte Einblicke ins Berufsleben, schließlich sei es wichtig, frühzeitig Informationen darüber zu sammeln, "was nach dem Abitur kommt", stellte Jan Michael Olaf, Präsident des Rotary-Clubs, fest. 146 Teilnehmer waren es am Donnerstag, vom Hebel-Gymnasium, aber auch vom Hans-Thoma-Gymnasium und der Freien Evangelischen Schule sowie von Gymnasien aus Weil am Rhein, Grenzach-Wyhlen und sogar aus Waldshut-Tiengen.

Anfangs lief es kurz ein bisschen holprig, es gab Probleme mit Kamera und Server, weil zu viele Teilnehmer mit Bild und Ton dem Meeting beitraten. Doch das war schnell behoben, in der Folge funktionierte die virtuelle Veranstaltung bestens. Der Ablauf war im Grunde derselbe wie bei den Präsenzveranstaltungen. Für die Vorstellung eines Berufsfeldes stand eine Schulstunde, also 45 Minuten, Zeit zur Verfügung. Im zweiten Durchgang wechselten die Teilnehmer, nur eben nicht in ein neues Klassenzimmer, sondern in einen virtuellen Raum. Die Teilnehmer mussten sich daher für zwei Themen entscheiden, bei denen sie nacheinander zuhören und Fragen stellen konnten, was auch eifrig getan wurde.

19 Berufsfelder standen zur Auswahl, darunter Berufe im Graphik-Design, in Kunst, Mediengestaltung, Bauwesen, Handwerk, Ingenieurwesen, (Wirtschafts-)Informatik, Pädagogik, Sozialer Arbeit, bei der Polizei, in der Politik, im Journalismus, in medizinischer Forschung, Sportwissenschaft, im Lehramt, in Psychologie, in Unternehmertum, Unternehmensberatung, in Banken, Fin-Tech oder im Bereich Start-Up. Graphik-Design, Mediengestaltung und Kunst war am stärksten gefragt, doch auch für die andere Berufsfelder interessierten sich viele. Da erfuhr man, dass Schulmusiker ein zweites Fach studieren müssen, etwa Germanistik, dass aber auch viele Bühnenmusiker Schulmusik studiert haben. Oder dass sich ans Studium der Rechtswissenschaften an der Uni ein Referendariat anschließt, zu dem neben Stationen bei Staats- und Rechtsanwalt eine Wahlstation gehört, die man auch bei einer deutschen Botschaft im Ausland oder der EU absolvieren kann. Sprachkompetenz und logisches Denken sind in der Rechtswissenschaft gefragt. Es ist sinnvoll, eine Vorlesung an der Uni zu besuchen, um herauszufinden, ob einen das interessiert. Als Architekt sitzt man viel am Computer, der Städtebauer braucht besonders viel Sitzfleisch, weil diese Planungen langwierig sind. Der Beruf verspricht aber eine große Bandbreite, und jeder Tag sieht anders aus. Im Journalismus ist man nicht nur für ein Medium tätig, etwa die gedruckte Zeitung oder das Radio, man muss auch Online-Kanäle bedienen.

Wichtig, um im Beruf erfolgreich zu sein, da waren sich viele Referenten einig, ist es, Spaß an der Sache zu haben und sich mit dem Unternehmen und seinem Produkt identifizieren zu können.