Landtagswahl 2021

SPD Freiburg nominiert Gabi Rolland erneut für Landtagswahl

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Do, 10. September 2020 um 15:43 Uhr

Freiburg

Landtagsabgeordnete Gabi Rolland wird im kommenden Frühjahr zum dritten Mal für die SPD im Wahlkreis Freiburg II kandidieren. Unterstützt wird sie von Zweitkandidatin Viviane Sigg.

In der unter strengen Corona-Vorgaben abgehaltenen Nominierungsversammlung am Mittwochabend im Bürgerhaus am Seepark erhielt Gabi Rolland 49 Ja-Stimmen, bei nur drei Gegenstimmen. Die 56 Jahre alte Diplom-Verwaltungswirtin und frühere Freiburger Stadträtin sitzt seit 2011 für die Sozialdemokraten im Landtag, auch 2016 bekam sie das Zweitmandat. Bei der Wahl im März 2021, so sagte sie, trete sie das letzte Mal an. Ihr Amt als stellvertretende SPD-Landesvorsitzende will sie beim Parteitag im November abgeben. Im Landtag werde sie sich aber weiter mit aller Kraft einsetzen: "Ich will für und mit denjenigen kämpfen, die die Hoffnung haben, dass wir dieses Land noch ein Stückchen besser machen können", sagte Rolland in einer engagierten Bewerbungsrede.

Für günstigen Wohnraum und kostenfreie Bildung

Sie skizzierte die aus ihrer Sicht wichtigsten Themen. Günstiger Wohnraum müsse erhalten und neu gebaut werden. Der Wirtschaftsministerin von der CDU und der Finanzministerin von den Grünen warf sie vor, dass diese verhindern würden, dass mehr geförderte Wohnungen entstehen könnten. Das Land brauche eine eigene Entwicklungsgesellschaft BW Wohnen, verlangte Rolland. Und sie forderte, analog zu Regelungen in Hamburg oder Berlin, eine Verschärfung des Zweckentfremdungsverbotes. Die Bußgelder in Baden-Württemberg für Verstöße seien viel zu lasch.

Ein weiteres Kernanliegen ist ihr kostenfreie Bildung – "und zwar von der Kita bis zum Meisterbrief", wie sie sagte. Und was die aktuelle Landesregierung bislang in Sachen Klimaschutz auf den Weg gebracht habe, das sei viel zu wenig. Die SPD dagegen wisse, wie Ökologie, Ökonomie und die soziale Frage in Einklang gebracht werden könnten: "Klimaschutz ist rot", so die Abgeordnete. An die Genossinnen und Genossen im Saal gerichtet, sagte sie: Die SPD habe gute Konzepte, was weiter getragen werden müsse. Der politischen Konkurrenz rief sie zu: "Zieht euch warm an."

Zweitkandidatin ist die Lehrerin Viviane Sigg

Unterstützt wird Gabi Rolland von der Zweitkandidatin Viviane Sigg, Co-Kreisvorsitzende der SPD Freiburg. Auch die 40 Jahre alte Lehrerin hielt eine engagierte, temperamentvolle Bewerbungsrede und sprach von einem "starken Frauenpower-Duo". Viviane Sigg setzt sich für eine gerechtere Bildungspolitik ein. Das aktuelle Bildungssystem frustriere so, doch aus Frustration werde bei ihr Kampfgeist. Sie lieferte ein klares Bekenntnis zur Gemeinschaftsschule, fordert mehr Freiraum für die Schulen, beklagte die schlechte Informationspolitik jetzt in der Corona-Zeit: "Man muss die Menschen mitnehmen und kann nicht nur über Verordnungen und Pressemitteilungen regieren", so die Zweitkandidatin. Viviane Sigg wurde mit 48 Ja-Stimmen gewählt, bei zwei Gegenstimmen. Die ersten Gratulanten waren die Kreisvorsitzenden Birte Könnecke (Breisgau-Hochschwarzwald) und Julien Bender (Freiburg).

Zum Wahlkreis 47 Freiburg II gehören die Stadtteile im Westen, Süden und Norden von Freiburg, die Tuniberg-Ortsteile plus die Umlandgemeinden Gottenheim, March, Schallstadt und Umkirch. Bei der Landtagswahl 2016 holte Edith Sitzmann mit großem Vorsprung das Direktmandat für die Grünen. Hinter der CDU kamen Gabi Rolland und die SPD auf Platz drei ins Ziel. Gewählt wird im kommenden Jahr am 14. März.