Hans-Thoma-Kunstmuseum Bernau

Skulpturen, Zeichnungen, Performance von Thomas Putze

Jürgen Glocker

Von Jürgen Glocker

Mo, 02. Mai 2022 um 11:48 Uhr

Bernau

"Thomas Putze: Flattermann. Skulpturen, Zeichnungen, Performance" heißt die neue Ausstellung, die neue Ausstellung mit Gegenwartskunst im Hans-Thoma-Kunstmuseum in Bernau.

Unterschiedliche Perspektiven auf Kunst und Geschichte, kunsthistorische Betrachtungen und Analysen, intensive Blicke auf die internationale Gegenwartskunst bietet Hans-Thoma-Kunstmuseum seinen Besucherinnen und Besuchern mit unterschiedlichen Ausstellungen. Nun gilt die Aufmerksamkeit einem wichtigen Vertreter der deutschen Gegenwartskunst. Vom 1. Mai bis zum 31. Juli zeigt das Museum die große One-Man-Show "Thomas Putze: Flattermann. Skulpturen, Zeichnungen, Performance".

Thomas Putze wurde 1968 in Augsburg geboren. Nach ausführlichen Tastversuchen in unterschiedlichen Denkwelten und Berufsfeldern (Landschaftsgärtnerei, Aufenthalt in Guatemala, Studium der Theologie) studierte er an der Stuttgarter Kunstakademie bei den Professoren Werner Pokorny und Micha Ullman, also bei zwei Trägern des Hans-Thoma-Staatspreises des Landes Baden-Württemberg.

In den Jahren 2005/2006 hatte Thomas Putze das Landesgraduiertenstipendium inne. Von 2015 bis 2019 nahm er einen Lehrauftrag für Zeichnung und Bildhauerei an der Freien Kunstakademie Nürtingen wahr.

Seither arbeitet er als freiberuflicher Bildhauer und Zeichner in Stuttgart. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, so etwa in der Staatsgalerie Stuttgart, in der Galerie der Stadt Delmenhorst, dem Forum Kunst Rottweil, der Sammlung LBBW, dem Museum Biedermann Donaueschingen, der Galerie der Stadt Ostfildern und dem Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg. Das Land Baden-Württemberg hat im Jahr 2020 das Werk "Rabe auf Bär" angekauft; es befindet sich als Dauerleihgabe im Hans-Thoma-Museum.

Thomas Putzes Werke überschreiten auf lustvolle Weise Gattungsgrenzen, sie machen sie durchlässig, denn sie treiben ihr kunstvolles Spiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, zwischen Zeichnung, Skulptur, Performance und den Beziehungen zum jeweiligen Raum. Dabei sind seine Arbeiten dem Publikum unmittelbar zugewandt; sie besitzen große erzählerische Qualitäten, sind aber niemals einlinig oder eindeutig.

Putzes Hauptinteresse gilt Tier- und Menschendarstellungen. Auf verblüffend humorvolle Weise fängt er Bewegungsabläufe, Körper- und Denkhaltungen, das Wesen von Kreaturen ein. Dabei spiegelt sich der Mensch im Tier und das Tier im Menschen. Putzes Material ist das Holz, das er in seiner ursprünglichen Natürlichkeit kunstvoll in seine Arbeiten integriert.

Er deckt damit nicht nur die Voraussetzungen seines Werks auf, sondern gibt auch Anlass zu der Vermutung, dass er formal insbesondere an die frühen Arbeiten von Werner Pokorny und an jene von David Nash anschließt.

Die Vernissage am 1. Mai beginnt um 11 Uhr. Es wird eine Performance stattfinden. Dass Thomas Putze eine klassische Mehrfachbegabung ist, wird demnächst gleichfalls in Bernau zu erleben sein. Der Künstler wird im Rahmen seiner Ausstellung ein Konzert am Samstag, 25. Juni, um 19.30 Uhr geben. Der Kartenvorverkauf erfolgt ausschließlich über das Kunstmuseum und per Mail ([email protected]).

Geöffnet ist das Museum von Mittwoch bis Freitag, 10.30 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, am Samstag, Sonntag sowie an Feiertagen (auch am Pfingstmontag) von 11.30 bis 17 Uhr.