Jesuiten

Pater Klaus Mertes verlässt das Kolleg St. Blasien im Sommer

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Di, 14. Januar 2020 um 18:04 Uhr

St. Blasien

Pater Klaus Mertes verlässt zum Jahresende das Kolleg St. Blasien, dessen Direktor er seit 2011 war. Mertes hatte bewirkt, dass seine Kirche den Missbrauchsskandal aufklärt.

Pater Klaus Mertes, seit dem Sommer 2011 Direktor des Kollegs, verlässt zum Jahresende St. Blasien. Das teilte der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Pater Johannes Siebner, Schülern, Eltern und Mitarbeitern sowie den hier lebenden Jesuiten in einem Brief am Dienstag mit.

Zum Schuljahresende werde Pater Klaus Mertes abgelöst. Siebner, der selbst Vorgänger des derzeitigen Kollegsdirektors ist, schreibt: "Nach einer Sabbatzeit wird er (Mertes) dann eine neue Aufgabe erhalten, die jetzt noch nicht feststeht." Auch Freiburgs Erzbischof Stephan Burger und der Trägerverein des Kollegs wurden vom Provinzial über den Wechsel informiert.

Nachfolger soll der 39-jährige Jesuit Hans-Martin Rieder werden. Die Aufgaben werde er im Sommer übernehmen, bereits zu Pfingsten "möchte ich ihn der Kollegöffentlichkeit vorstellen", schreibt Pater Johannes Siebner.

Dank und Anerkennung für das Wirken von Pater Mertes

Rieder war im Rahmen seiner Ordensausbildung von 2011 bis 2013 Internatserzieher in St. Blasien. Danach habe er sein Theologiestudium in Rom absolviert. Nach seiner Priesterweihe war Rieder drei Jahre als Kaplan und Studentenseelsorger in Göttingen tätig. Derzeit sei er "im Tertiat, einem weiteren Ausbildungsabschnitt im Orden, in den USA", schreibt der Provinzial.

"Schon jetzt möchte ich jedenfalls persönlich meinen Dank und meine Anerkennung für das Wirken von Pater Mertes am Kolleg zum Ausdruck bringen und Sie auch um das Vertrauen für Pater Rieder bitten", heißt es in dem Brief.

Wechsel kommt nicht überraschend

Über den Wechsel seien die Mitarbeiter persönlich, über einen Aushang und ab Dienstagnachmittag über eine Meldung auf der Homepage des Kollegs informiert worden, sagte Wolfgang Mayer, der im Kolleg für die Kommunikation zuständig ist. Die Kollegsleitung sei vorab informiert worden. Die Nachricht sei mit großem Bedauern aufgenommen worden.

Die Nachricht kommt eigentlich nicht überraschend: Ein Wechsel im Jesuitenorden erfolge in der Regel nach sechs bis zehn Jahren, erläuterte Mayer, außerdem wurde Pater Mertes im vergangenen Jahr 65 Jahre alt.

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