Hartheim

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen 25-Jährigen wegen Kindesmissbrauchs

Max Schuler

Von Max Schuler

Mi, 16. September 2020 um 12:04 Uhr

Hartheim

Ein 25 Jahre alter Mann soll in Hartheim einen Jungen entführt und sexuell missbraucht haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Dem Mann werden weitere Taten zur Last gelegt.

Der Fall in Hartheim hat dieses Jahr tiefe Bestürzung in der Region ausgelöst: Wie die Polizei damals mitteilte, soll der Tatverdächtige dem Jungen am 29. Mai gegen 21.15 Uhr beim Spielen aufgelauert und ihn genötigt haben, in sein Auto zu steigen. Der Mann sei mit dem Kind weggefahren und habe es dann sexuell missbraucht, so die Polizei. Nach kurzer Zeit habe er den Jungen in der Nähe des Entführungsortes wieder freigelassen. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter einen Tag später festnehmen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Weitere Fälle in Hartheim und Eschbach

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat jetzt gegen den 25 Jahre alten Deutschen Anklage erhoben. Ihm werden weitere Taten zur Last gelegt, die sich im September 2016 in Hartheim und im November 2019 in Eschbach ereignet haben sollen. In beiden Fällen soll es ebenfalls bei Jungen zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Über den Eschbacher Fall ist im Polizeibericht von damals nachzulesen, dass ein Junge allein mit dem Fahrrad vom dortigen Sportplatz aus in Richtung Wohngebiet radelte. Auf Höhe eines Feldweges sei er von einem Unbekannten angehalten, unter Androhung von Gewalt hinter ein Gebüsch gezerrt und unsittlich berührt worden.

Zudem wird dem Beschuldigten vorgeworfen, im Besitz von Kinderpornografie gewesen zu sein. Entsprechende Bilder seien auf seinem Computer sichergestellt worden, wie die Staatsanwaltschaft auf BZ-Nachfrage mitteilte. "Der Beschuldigte ist bisher allerdings strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten", sagte Staatsanwalt Michael Mächtel.

Die Verhandlung soll vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Freiburg erfolgen. Der Grund dafür ist, dass die Opfer Jugendliche sind. "Die Geschädigten sind besonders schutzbedürftig", sagte Staatsanwalt Mächtel. Jugendrichter seien daher auch besonders geeignet, solche Verfahren zu führen.

Beschuldigtem droht Haft von bis zu 15 Jahren

Wann der Fall verhandelt wird, steht noch nicht fest. Die Jugendschutzkammer des Landgerichts Freiburg muss jetzt prüfen, ob die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zu einer Gerichtsverhandlung führt. Jeder einzelne Fall müsse von einem Richter geprüft werden. Für den ersten Fall in Hartheim droht dem Beschuldigten eine Haft zwischen einem und 15 Jahren, für den zweiten Fall in Eschbach zwischen zwei und 15 Jahren und für den letzten Fall in Hartheim, der sich in diesem Mai ereignete, stünde ein Strafmaß von fünf bis 15 Jahren im Raum, so Mächtel von der Staatsanwaltschaft.

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