Tötungsdelikt im Wiesental

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Mordes in Zell-Riedichen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 29. Juli 2020 um 15:20 Uhr

Zell im Wiesental

Ende April wurde das Zeller Bergdorf Riedichen Schauplatz einer Bluttat. Zwei Bauarbeiter sollen einen Kollegen getötet und drei weitere schwer verletzt haben. Die Brüder stehen bald vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat im Zusammenhang mit der Tötung eines 38-jährigen türkischen Staatsangehörigen in Zell-Riedichen im April diesen Jahres Anklage gegen zwei 27 und 22 Jahre alte Männer bulgarischer Staatsangehörigkeit beim Schwurgericht des Landgerichts Waldshut-Tiengen erhoben.

Die beiden Männer müssen sich wegen des Verdachts des Mords, des versuchten Mords, des schweren Raubs mit Todesfolge, des schweren Raubs und der gefährlichen Körperverletzung vor Gericht verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Die beiden Brüder gehörten zu einer Gruppe von Bauarbeitern, die in einer Unterkunft in Zell-Riedichen nächtigten und tagsüber Arbeiten in der Gegend durchführten. Ihnen wird vorgeworfen, geplant zu haben, zwei ihrer ebenfalls in der Unterkunft wohnenden, türkischen Kollegen zu töten, um in Besitz ihres Bargelds und ihrer Wertgegenstände zu gelangen.

Mit Rundholzstangen auf die Opfer eingeschlagen

Zu diesem Zweck hätten die beiden Brüder sich mit zwei Rundholzstangen von einem Nachbargrundstück bewaffnet. Anschließend hätte jeder von ihnen zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr eines der Zimmer ihrer beiden Kollegen betreten und dort mehrfach mit den Rundholzstangen auf die schlafenden Tatopfer eingeschlagen.

Das eine Opfer sei noch vor Ort an den Folgen der ihm an seinem Hinterkopf zugefügten Verletzungen verstorben. Das andere Tatopfer sei infolge der auf seinen Kopf, Oberkörper und Beine ausgeführten Schläge erwacht und habe sich zur Wehr gesetzt.

Flucht mit 1300 Euro Beute

Die beiden Brüder hätten daraufhin mit den von ihren Opfern erbeuteten Geldbeuteln mit Bargeld in Höhe von insgesamt rund 1300 Euro die Flucht ergriffen. Vor Verlassen der Wohnung habe einer der beiden noch einen weiteren durch den Kampflärm erwachten und hinzueilenden afghanischen Kollegen mit dem mitgeführten Rundholz attackiert und verletzt.

Nachdem die Brüder das Tatortanwesen verlassen hätten, seien sie von einem in einem Auto auf sie wartenden Landsmann nach Offenbach gefahren worden. Diesem wird vorgeworfen, gewusst zu haben, dass die beiden Brüder sich durch einen Raub in Besitz von Bargeld bringen wollten. Gegen ihn wurde deshalb wegen des Tatvorwurfs der Beihilfe zum Raub und zur gefährlichen Körperverletzung gesondert Anklage vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Säckingen erhoben.