Gedränge nach Einlass-Stopp

Stadt lässt Kehler Bad räumen, nachdem Besucher in Warteschlange kollabieren

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Mi, 19. Juni 2019 um 17:01 Uhr

Kehl

Zu viele Menschen, zu hitzige Gemüter: An warmen Tagen gerät das Kehler Schwimmbad an seine Grenzen. Nun ist die Situation am Einlass eskaliert. Polizei und Rettungsdienste mussten anrücken.

Am Eingang des Kehler Bads ist es am Mittwochnachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen in einer längeren Warteschlange wegen der Ungeduld einiger Badbesucher zu einem Gedränge und Geschiebe gekommen. Dabei bekamen etliche Badbesucher Kreislaufprobleme und mussten vom Rettungsdienst versorgt werden. Einige Jugendliche haben nach Auskunft des Polizeipräsidiums Offenburg versucht, über den Zaun des Freibads zu klettern.

Nach dem Streit unter 200 Jugendlichen im Kehler Freibad Anfang Juni hatte die Stadtverwaltung reagiert. Wie die dortige Pressestelle auf der städtischen Homepage schreibt, wolle die Stadt ihr Hausrecht in den Freibädern künftig konsequent ausüben. Wer sich bereits vor Einlass in die Bäder so verhält, dass zu befürchten ist, dass er sich nicht an die Benutzungsordnung hält, müsse draußen bleiben. Diese Reglung hat nun offenbar zu einer Gefahrenlage am Kehler Bad geführt.

Sicherheitsdienst hatte gegen 14.30 Uhr keinen weiteren Einlass genehmigt

Wie die Polizei berichtet haben rund 300 Jugendliche vor einem Kehler Freibad für einen größeren Einsatz gesorgt. Nach bisherigen Erkenntnissen soll es vor dem Kassenbereich zu einem größeren Rückstau und in der Folge zu entsprechendem Gedränge gekommen sein. Der Sicherheitsdienst des Freibades hatte gegen 14.30 Uhr keinen weiteren Einlass genehmigt, da die Anlage an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt war.

Vermutlich in Folge des Andrangs und in Verbindung mit der Hitze mussten einige Personen eine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Mehrere Rettungswagen waren vor Ort. Die Beamten des Polizeireviers Kehl und die Bundespolizei konnten laut Polizeibericht die Lage beruhigen. Hinweise auf etwaige Ausschreitungen oder Streitigkeiten zwischen den Jugendlichen liegen derzeit keine vor.

Schließung und Räumung des Freibades

Verantwortliche der Stadt Kehl ordneten daraufhin die Schließung und Räumung des Freibades an, um weitere Störungen zu verhindern. Die eingesetzten Polizeikräfte sorgten für einen geordneten Abfluss des Menschenandrangs.

Schon auf der Homepage der Stadt Kehl hatte die Pressestelle nach dem letzten Vorfall angekündigt: "Sollte es im Bad zu einer unübersichtlichen Situation kommen, wird das Personal das Bad schließen und keine weiteren Besucher mehr einlassen, bis die Verhältnisse geklärt sind. Sollten in den Bädern für das Personal unübersichtliche Situationen entstehen, werden die Einrichtungen so lange geschlossen, bis sich die Lage normalisiert hat. Außerdem werden aufgrund verschiedener Vorkommnisse wie Verbrennungen der Badegäste ab sofort keine Shishas mehr zugelassen."

Mit Hinblick auf zahlreiche französische Jugendliche, die das Bad gerne besuchen und schon öfter für Zwischenfällen gesorgt hatten, teilt die Kehler Pressestelle weiter mit: "Gemäß der Bädersatzung der Stadt Kehl bedarf juristisch betrachtet jeder Besucher der Bäder einer Zulassung. Anspruch auf Zulassung und damit auf Einlass haben alle Einwohner der Stadt Kehl. Alle anderen Personen können zugelassen werden."

Deshalb empfiehlt die Stadt Kehl beim Besuch der Bäder, den Personalausweis mitzubringen – damit können Besucher, im Falle, dass eine Überfüllung des Bades droht, ihren Wohnsitz nachweisen und werden vorrangig eingelassen.

"Wir werden unser Hausrecht konsequent durchsetzen", betont Oberbürgermeister Toni Vetrano – dies sowohl zum Schutz des Bäderpersonals als auch zum Wohle "der Badegäste, die sich unseren Bädern korrekt verhalten und sich dort wohlfühlen sollen".

Die verschärften Kontrollen haben nun wohl zu der langen Warteschlange und dem Zwischenfall geführt. Wie die Pressestelle der Stadt Kehl mitteilt, waren insgesamt elf Fahrzeuge des Rettungsdienstes vor Ort und auch die Kehler Feuerwehr rückte mit zwölf Mann an, weil Jugendliche einen Mülleimer vor dem Freibad angezündet hatten.