Lesung

Stadt und Land sind Thema einer Entdeckungsreise in March

Nina Herrmann

Von Nina Herrmann

Do, 15. Oktober 2020 um 09:00 Uhr

March

Der Freiburger Verein Samt und Sonders veranstaltete eine Lesung im umgebauten Wohnwagen auf dem Marcher Bürgleplatz. Zuschauer freuten sich, dass wieder eine Kulturveranstaltung stattfindet.

Stadt oder Land – das ist die zentrale Frage der Lesung, die jetzt auf dem Bürgleplatz stattgefunden hat. Mit selbstgewählten Texten hat sich Schauspieler Christoff Raphaël Mortagne dem Thema gewidmet. Der Freiburger Verein Samt und Sonders hat die Lesung im Rahmen einer kulturellen Entdeckungsreise organisiert und ein "mobiles Wohnzimmer" als Bühne zur Verfügung gestellt.

Ein kleiner Wohnwagen stellt die Bühne dar: Die Seitenwand lässt sich herunterklappen und erlaubt den Blick ins Innere: Das Bühnenbild besteht aus Spitzengardinen, geblümte Tapeten, einem roten Teppich und elegantem Sessel. Ringsum hat der Freiburger Verein Samt und Sonders Klappstühle aufgebaut, Decken liegen bereit, und glitzernde Girlanden schaffen eine Atmosphäre wie in einem Zelt.

Als Schauspieler Christoff Raphaël Mortagne und seine Tochter Anaïs mit technikbedingter Verspätung um 19 Uhr mit der Lesung beginnen, ist es beinahe dunkel, nur das "Wohnzimmer" ist erleuchtet. Die Technik – Beleuchtung, Mikrofone und Lautsprecher – ist in dem umgebauten Wohnwagen schon integriert. Rund 25 Zuhörer lauschen den Texten zum Thema Stadt und Land, die der Schauspieler für diesen Abend ausgewählt hat.

Der Freiburger Verein Samt und Sonders hat diese Lesung als Teil einer Entdeckungsreise zum Thema Stadt und Land veranstaltet. Seit der Vereinsgründung vor zwei Jahren ist es Ziel des soziokulturellen Vereins, Kunst- und Kulturakteure zusammenzubringen und außergewöhnliche Aktionen zu machen, wie Vereinsmitglied Clara Kopfermann erklärt. Der umgebaute Wohnwagen kam am Samstag erstmals zum Einsatz, "aus der Not heraus: Wir wollten etwas machen, was mobil ist, draußen stattfinden kann und Kultur in den öffentlichen Raum bringt".

Mobile Bühne soll auch vermietet werden

Der Marcher Bürgleplatz ist die dritte und letzte Station des "mobilen Wohnzimmers". Zuvor fanden Aktionen in den Freiburger Stadtteilen Stühlinger und Landwasser statt. Die Zuschauerbeteiligung an diesen beiden Spielorten sei sehr groß gewesen, "unsere Erwartungen wurden weit übertroffen", berichtet Vereinsmitglied Paolo Steiner. Viele seien auch dem Wohnwagen von Station zu Station gefolgt. Trotz schwieriger Bedingungen sei die Veranstaltung ein voller Erfolg gewesen, sagt Steiner. "Man merkt, dass die Leute hungrig sind, sie haben Lust, trotz Kälte, Regen und Abstand zu kommen." Eine Marcher Zuschauerin schätzt vor allem, dass ihre Gemeinde Schauplatz der Lesung war: "Es kommt selten vor, dass hier eine Veranstaltung stattfindet", sagt sie. Doch sei March Kultursachen gegenüber generell sehr aufgeschlossen, erklärt Steiner.

Nach der erfolgreichen Premiere möchte der Verein die mobile Bühne für weitere Veranstaltungen auch vermieten. Damit soll anderen, auch kleineren Gruppen ermöglich werden, selbst aktiv zu werden. Da der Wohnwagen über eine Technikausrüstung verfüge, müsse man sich nicht erst um die notwendige Infrastruktur kümmern, sagt Kopfermann. Weitere Veranstaltungen ab dem kommenden Frühjahr seien in Planung.