Wichtiger Besuch aus Stuttgart

Stadtspitze macht der Bewertungskommission das Landesgartenschaukonzept schmackhaft

Christine Storck-Haupt

Von Christine Storck-Haupt

Di, 14. Juli 2020 um 18:53 Uhr

Offenburg

Wichtige Etappe der Offenburger Landesgartenschaubewerbung für 2032, 2034 oder 2036: Am Dienstag hat sich die Bewertungskommission das Konzept vor Ort erklären lassen.

Im Oktober soll die Entscheidung fallen, ob Offenburg den Zuschlag für die Landesgartenschau im Jahr 2032, 2034 oder 2036 erhält. Am Dienstag machten die Stadt-Verantwortlichen der Bewertungskommission bei einem Besuch des künftigen Geländes das Konzept noch einmal schmackhaft. "Ich bin sehr zuversichtlich. Mehr, als wir getan haben, kann man nicht machen", sagte Steffens bei der anschließenden Pressekonferenz. Trotz Kritik von Umweltverbänden sieht die Stadt das Ganze als "großes ökologisches Projekt."

Die Landesgartenschau ist nach Ansicht der Stadtspitze eine große ökologische Chance

Ein Knackpunkt für zum Beispiel die Bürgerinitiative Umweltschutz ist die angedachte Verlegung des OFV-Stadions in einen sehr stadtnahen Grünbereich mit Kleingärten (wir berichteten). Dieser würde nicht nur ökologisch, sondern auch sozial zerstört, äußerte sich vor kurzem der Vorstand mit Blick auf Kleingärten, Obstwiesen und Ackerland. Laut Stadt tragen aber die Vereine SCO, DJK oder Ataspor die Verlegung mit. "Wir wollen gemeinsam ein neues Sportzentrum entwickeln", sagte Finanzbürgermeister Hans-Peter Kopp. Im September soll hierzu eine Machbarkeitsstudie vorgelegt und die Verlagerung des Karl-Heitz-Stadions im städtischen Bauausschuss Thema sein. Beim OFV herrsche große Bereitschaft für diesen Schritt, aber natürlich auch Wehmut, führte Kopp aus. Das Stadion sei schon einmal verlegt worden, weil die Stadt in ihrer Ausdehnung nahe herangerückt sei. "Es ist gut, wenn Dinge sich weiterentwickeln", so Kopp.

"Es geht nicht nur um die sechs Monate der Schau, sondern um nachhaltige Effekte."
Baubürgermeister Oliver Martini

Die Landesgartenschau sei eine große ökologische Chance für die Entwicklung aller Stadtteile, weil sie unmittelbar hineingeplant sei und viele Bereich aufwerte. "Es geht nicht nur um die sechs Monate der Schau, sondern um nachhaltige Effekte", sagte Baubürgermeister Oliver Martini. Vor allem die Flussverlauf der Kinzig, der "wie eine Autobahn an Offenburg vorbeiführt", soll ökologisch aufgewertet werden. Dass bei so einem großen Projekt auch kritische Stimmen laut werden, sei normal. Gleichwohl werde die LGS-Bewerbung von einer breiten Öffentlichkeit getragen.

Innovative Ideen für den Verkehr: Unter anderem eine Radschnellverbindung über den Kinzigdamm

In Sachen Mobilität "wird sich bis zum Anfang der 30er Jahre noch eine Menge tun", dennoch sehe die LGS-Machbarkeitsstudie bereits einige Eckpunkte vor, sagte Martini. Die Rede ist unter anderem von der Kombination des ICE-Halts Offenburg mit einem Busshuttle und einem Fahrradverleihsystem, einer Radschnellverbindung über den Kinzigdamm, einer gebündelten Parkanlage auf dem ehemaligen Flugplatz in Verbindung mit einem Shuttle-Service oder einem Haltepunkt am Kreisschulzentrum. "Der Individualverkehr kann natürlich nicht in das innerstädtische Verkehrskonzept hineingeplant werden", sagte der Baubürgermeister.

Auch finanziell sieht sich die Stadt für das Millionenprojekt gut gerüstet

Auch finanziell sieht sich die Stadt für das Millionenprojekt gut gerüstet. Ein Prozent der jährlichen Steuerkraft soll ab sofort über einen Fonds zum Sparen eingesetzt werden, so dass bis zum möglichen Beginn der Schau rund drei Viertel der nötigen Summe zusammen kommt, rechnete Kopp vor. Darüber hinaus sollen Haushaltsmittel eingesetzt werden, die ohnehin für Sanierungen vorgesehen sind. "Stichwort Badstraße", so Kopp.

"Wir haben eine gute und solide Bewerbung vorgestellt."
Oberbürgermeister Marco Steffens

Die sechsköpfige Bewertungskommission sei noch den ganzen Juli unterwegs, um die eingereichten Konzepte aller Städte unter die Lupe zu nehmen. Im Anschluss werde eine Präferenzliste erarbeitet, mit der Entscheidung rechnet OB Steffens im Herbst. "Wir haben eine gute und solide Bewerbung vorgestellt", zeigte sich der Rathaus-Chef überzeugt.